Seit bald zwei Jahren wird an der University of Vermont an sogenannten Xenobots geforscht. Erstmals können die Mini-Roboter sich nun selbst reproduzieren.
Xenobots Roboter
Optisch ähneln die Xenobots einem Pac-Man. In grün ist der entstehende Roboter - Doug Blackiston / Sam Kriegman

Das Wichtigste in Kürze

  • Forschenden der University of Vermont ist ein Durchbruch der Biorobotik gelungen.
  • Die eigens entwickelten Xenobots können sich jetzt selbst fortpflanzen.
  • Solche Mini-Roboter könnten künftig in der Medizin genutzt werden.

Roboter, die sich fortpflanzen? Was nach einem dystopischen Sci-Fi-Thriller klingt, ist jetzt Realität, zumindest in der Molekularbiologie. Es handelt sich dabei um die sogenannten Xenobots, welche Anfang 2020 an der University of Vermont geschaffen wurden. Den Forschenden um diese mikroskopischen Roboter ist nun ein grosser Durchbruch gelungen.

Die nächste Entwicklungsstufe der Xenobots

Im Prinzip handelt es sich bei diesen kleinen Pac-Man-Doppelgängern um eine Sammlung Haut- und Herzmuskelzellen eines Krallenfrosches. Das Team rund um Michael Levin hat es geschafft, diese mittels Künstlicher Intelligenz zu «lebendigen» Minirobotern zusammenzusetzen. Bereits in ihren frühen Stadien konnten diese sich selbst und sogar winzige Objekte fortbewegen und transportieren.

Diese Entwicklung der Xenobots ist für die Forschenden ein wichtiger Schritt.

Dank weiterentwickelter Algorithmen ist es den Xenobots jetzt möglich, eigenständig Stammzellen zu sammeln und ihre Sprösslinge heranzuziehen. Die Forschenden müssen dafür lediglich die entsprechenden Zellen zu den Robotern in die Petrischale legen, wie bei «Heise» ausgeführt wird.

Steht die Überflutung der Roboter bevor?

Eine reale praktische Anwendung existiert für diese zugegebenermassen noch sehr junge Entwicklung nicht. Josh Bongard der Universität Vermont sieht in dieser Kombination aus Molekularbiologie und Künstlicher Intelligenz aber grosses Potenzial. So könnten diese Bioroboter etwa in der Medizin oder der Bekämpfung von Mikroplastik hilfreich sein.

Eine Gefahr ginge von den Xenobots derweil nicht aus. Die Roboter seien biologisch abbaubar und werden lediglich im Labor aufbewahrt. Dazu arbeite das Team eng mit einer Ethik-Kommission zusammen.

Mehr zum Thema:

Mikroplastik Mini