Warum das Gefieder von Schleiereulen rötlicher und fleckiger wird

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Innerhalb von dreissig Jahren ist das Gefieder Schweizer Schleiereulen rötlicher und fleckiger geworden. Eine Langzeitstudie der Universität Lausanne deutet dies als Zeichen einer rasch voranschreitenden Evolution, wie sie am Mittwoch mitteilte.

    Schleiereulen
    Warum das Gefieder von Schleiereulen rötlicher und fleckiger wird. - keystone

    Neben Eulen im makellosen weissen Federkleid hätten die Wissenschaftler immer mehr Exemplare mit goldbraunem bis tiefrotem Gefieder beobachtet, heisst es im Studienbericht, der in der Fachzeitschrift «Natur Communications» veröffentlicht wurde. Dies sei kein Zufallsbefund und auch nicht rein ästhetischer Natur.

    Die Farbänderung sei gemäss Langzeitstudie die Folge einer rasch voranschreitenden evolutionären Entwicklung. Sie stehe im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit und Jagdstrategien und damit auch mit der Nahrungsaufnahme.

    Die Wissenschaftler haben ein Gen identifiziert, das mit Merkmalen wie Stressbewältigung oder Aggressivität in Verbindung gebracht werden könne, gleichzeitig eine Rolle bei der Pigmentierung spiele. Unter dem Strich sei es aber nach wie vor schwierig, genau zu bestimmen, welche ökologischen Faktoren die variierende Färbung erklären.

    Weisse Schleiereulen nutzten das Mondlicht, um ihre Beute – meist Feldmäuse – zu jagen. Die roten Eulen würden sich verstärkt von Wühlmäusen ernähren. Das gefleckte Gefieder stehe wiederum im Zusammenhang mit der Immunität und der Fähigkeit, mit Stresssituationen wie Nahrungsmangel oder Parasitenbefall besser standhalten zu können.

    Die Studie erkläre nicht zuletzt, dass sich Evolution nicht nur über Millionen von Jahren hinziehe, sondern auch in Zeiträumen von wenigen Jahrzehnten. Dies wird vor dem Hintergrund des Klimawandels als ermutigendes Zeichen gewertet. Die Fähigkeit zur schnellen Anpassung könne Lebewesen helfen, mit Umweltveränderungen rasch fertig zu werden.

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