Thurgauerin: Man sagt mir, ich habe «Kuhschweizer» Dialekt
Kandidat Yves beschwert sich in einer SRF-Show über den Berner Dialekt seines Dates. Mit solcher Kritik vertraut sind in der Schweiz vor allem die Thurgauer.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein SRF-Dater sorgte für Wirbel, weil er sich am Berndeutsch seines Dates störte.
- Er ist damit ziemlich allein. Berndeutsch ist beliebt. Anders die Thurgauer: Ihr Dialekt ist der unbeliebteste.
- Thurgauer berichten in einer Nau.ch-Umfrage, dass andere ihren Dialekt häufig nachahmen und darüber spotten.
Diese Kritik ist ein Stich ins Herz jedes Berners: In einer SRF-Kuppelsendung beschwert sich Dater Yves über den Dialekt der Frau, mit der er gematched wurde. Ganz zum Ungemach des Innerschweizers redet Ursula Berndeutsch.
Mit seiner Kritik am Berner Dialekt steht Yves ziemlich alleine da. Ein Sprachexperiment zeigte in den 90er Jahren, dass Berndeutsch der beliebteste Dialekt der Schweiz ist.
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Derzeit arbeiten Forschende an einer Neuauflage des Experiments. Und auch hier liegt das Bernerische vorne.
Thurgauer: «Man wird oft angehölzlet»
Der einzige, der Dialekt-Shaming betreibt, ist Yves jedoch bei weitem nicht. Das zeigt eine Umfrage von Nau.ch in Weinfelden TG. Die Thurgauer – laut dem Experiment die Schweizer mit dem unbeliebtesten Dialekt – bekommen häufig ihr Fett weg.
Davon kann Thurgauer Rolf (71) ein Liedli singen – und gibt auch gleich eine Dialekt-Kostprobe: «Man wird immer ein wenig angehölzlet», berichtet er. Hochgenommen also.
Zudem werde der Thurgauer Dialekt oft mit dem St.-Galler-Deutsch verwechselt. «Und das finde ich echt schlimm!» Auch die Thurgauer selbst stehen also nicht über einem bisschen Dialekt-Shaming.
Das geben auch Hans (72) und Heidi (71) offen zu: «Wir machen uns auch über andere Dialekte lustig», meint Hans. «Die Basler zum Beispiel …»
Oder die Walliser, findet Heidi. «Die verstehst du ja nicht!»
Thurgauerin in Obwalden wie «Ausländerin» behandelt
Auch die in St. Gallen aufgewachsene Margrit musste schon einiges an Scherzen über sich ergehen lassen. «Dann hiess es: Kommst du von ‹Sanggalle›?»
Valerie (30) lebte eine Weile in Obwalden – «dort war ich eigentlich ein Ausländer», erzählt sie. Sie werde immer wieder auf ihren Dialekt angesprochen.
Sie habe einen «Kuhschweizer-Dialekt», habe sie zum Beispiel schon gehört. Ihr selbst geht es wie Thurgauer Hans – auch sie kann mit Baseldeutsch am wenigsten anfangen.
«Dieses ‹jä › …», meint sie vielsagend.
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Ganz allgemein scheint Baseldeutsch im Thurgau am unbeliebtesten zu sein. Fast allen Befragten passt der Dialekt nicht.
Rolf geht sogar noch einen Schritt weiter – auch kulturell hat er Mühe mit den Baslern. «Wir haben sowieso mit diesen Leuten, weil es halbe Franzosen sind, am meisten Mühe.»
Baslerin Esther schlägt gleich zurück: «Ich finde Thurgauer Dialekt furchtbar!»
Interessant: Mit seiner Berndeutsch-Abneigung bleibt SRF-Dater Yves vorerst «äuä» weiterhin alleine. Weder die befragten Basler, St. Galler noch Thurgauer haben ein Problem damit.
Und die Berner fühlen sich betüpft, wie eine Nau.ch-Umfrage letzte Woche zeigte.







