Schweizer Grabungsteam findet seltenen Dinosaurier-Schädel
Ein Schweizer Grabungsteam hat in den USA einen aussergewöhnlichen Dinosaurier-Schädel entdeckt. «Lucy» gehört zu den vollständigsten Dino-Schädeln weltweit.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Schweizer Grabungsteam hat in den USA einen Dinosaurier entdeckt.
- Es handelt sich um einen sogenannten Camarasaurus, ein Pflanzenfresser.
- Der Schädel wurde auf den Namen «Lucy» getauft.
Ein Schweizer Grabungsteam hat in den USA einen aussergewöhnlich gut erhaltenen Dinosaurier-Schädel entdeckt.
Der auf den Namen «Lucy» getaufte Schädel eines jungen Camarasaurus zählt laut dem Sauriermuseum Aathal zu den vollständigsten weltweit.
Der Schädel weckte grosses Interesse in der Paläontologie, teilte das Sauriermuseum am Montag mit.
Gesteinsblock ist rund 150 Millionen Jahre alt
Gefunden wurde der Gesteinsblock mit dem Fossil bereits vor zwei Jahren im US-Bundesstaat Wyoming. Er befand sich in Gesteinsschichten der sogenannten Morrison-Formation, die rund 150 Millionen Jahre alt sind.
Das Team des Sauriermuseums Aathal im Kanton Zürich gräbt dort regelmässig nach Dinosaurierknochen. Erst Anfang dieses Jahres habe das Team aber die Zeit gefunden, den Gesteinsblock genauer anzuschauen.
Plötzlich zeigte sich neben den Schädelteilen der typische Glanz von Zähnen. Anhand ihrer charakteristischen, schaufelförmigen Form war schnell klar: Die Zähne gehören zu einem Camarasaurus, einem pflanzenfressenden Langhals-Dinosaurier.
Bei der anschliessenden Präparierung zeigte sich, wie aussergewöhnlich gut der Schädel erhalten ist.
Spezialist spricht von «extrem seltenen» Fund
Der Sauropoden-Spezialist Emanuel Tschopp von der Freien Universität Berlin spricht in der Mitteilung des Museums von einem «extrem seltenen» Fund. «Von der Grösse dieses Schädels war bisher nur ein einziger bekannt», so Tschopp.
Die Knochen von Schädeln von Langhalsdinosauriern sind dünn und fragil, da sie auf langen Hälsen sitzen.
Nach dem Tod zerfallen sie daher meist in viele Einzelteile. Dass ein Schädel so vollständig erhalten bleibt, ist entsprechend eine Ausnahme.
Besonders spannend sind für die Forschung die Zähne. Sie könnten Hinweise darauf liefern, wie sich junge Sauropoden ernährten. Aber auch, ob sie weite Strecken zurücklegten und wie hoch ihre Körpertemperatur war.
Schädel wurde nach Tochter von Grabungsleiterin benannt
Das Grabungsteam schätzt, dass «Lucy» zum Zeitpunkt ihres Todes etwa acht bis zehn Jahre alt war. Damit liefert der Fund auch wichtige Anhaltspunkte zur Entwicklung junger Langhals-Dinosaurier.
Der Name «Lucy» hat übrigens nichts mit der wissenschaftlichen Bezeichnung zu tun.
Solche Spitznamen dienen lediglich dazu, einzelne Funde auseinanderzuhalten. In diesem Fall wurde der Schädel nach der Tochter der Museumsdirektorin und Yolanda Schicker-Siber benannt.













