Im Norden Schwedens will die Schwedische Raumfahrtagentur in einigen Monaten als erste von Europa aus einen Satelliten in die Umlaufbahn schiessen. Am Freitag wird der neue Raketenstartplatz in der Nähe der Bergbaustadt Kiruna offiziell eröffnet.
Weltallblick auf Europa bei Nacht
Weltallblick auf Europa bei Nacht - NASA/AFP/Archiv

Grossbritannien hätte den Wettlauf in dieser Woche fast für sich entschieden: In Cornwall startete am Montagabend eine umgebaute Boeing 747 um einen Satelliten ins Weltall zu bringen. Die Mission scheiterte aber noch vor dem Erreichen der Erdumlaufbahn aus bisher unbekannten Gründen – das Rennen ist also noch offen.

Der Weltraumbahnhof Esrange in Schweden liegt in der nördlichsten Provinz Schwedens. Der höchste Punkt des Geländes ist der «Radar Hill». «Hier haben wir 5200 Quadratkilometer, auf denen niemand wohnt. Also können wir leicht eine Rakete abschiessen, die dann wider herunterfällt, ohne irgendwem zu schaden», sagte der Chef der Schwedischen Raumfahrtagentur (SSC) Mattias Abrahamsson.

Esrange liegt 40 Kilometer entfernt von Kiruna und war schon 1966 von der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA eingerichtet worden – damals, um die Polarlichter zu studieren.

In den vergangenen Jahren wurde massiv investiert. Ein neuer Hangar bietet Platz für die Arbeiten an zwei jeweils 30 Meter langen Raketen. Angrenzend liegt der neue Startplatz für Orbitraketen.

Mehr als 700 suborbitale Trägerraketen sind von hier bereits gestartet. Sie steigen bis zu 260 Kilometer hoch, erreichen jedoch nicht die Erdumlaufbahn. Satelliten bis ins Orbit zu befördern, ist bislang erst neun Staaten gelungen – und nicht von Europa aus. Das dürfte sich bald ändern.

Europäische Projekte zum Bau von Raketenstartplätzen für Satellitenträger gibt es auch auf den portugiesischen Azoren, in Andalusien, auf der norwegischen Arktis-Insel Andöya oder den schottischen Shetlandinseln. «Wir glauben, dass wir am weitesten sind», erklärte die SSC. Ein erster Start ist demnach für Ende 2023 oder Anfang 2024 vorgesehen.

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