Rückschlag für Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab
Der Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab erhält vom G-BA keine klare Zusatznutzen-Bewertung und erlebt damit einen deutlichen Rückschlag.

Der neue Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab erlebt einen deutlichen Rückschlag bei seiner Bewertung durch deutsche Gesundheitsexperten. Ein zentrales Expertengremium des G-BA sieht bislang keinen belegten Zusatznutzen gegenüber bereits etablierten Therapien für Patienten.
In Deutschland entschied der Gemeinsame Bundesausschuss am 19. Februar 2026, dass Lecanemab keinen relevanten Zusatznutzen zeigt. Diese Bewertung betrifft Patientinnen und Patienten im frühen Stadium der Alzheimer-Erkrankung und beeinflusst nun Preisverhandlungen zwischen Krankenkassen und Hersteller.
Laut «Gemeinsamer Bundesausschuss Pressemitteilung» kann Lecanemab weiterhin verordnet werden, sein langfristiger Einsatz bleibt aber ungewiss. Experten betonen, dass der Wirkstoff als erster gezielt gegen Eiweissablagerungen im Gehirn wirkt, die Alzheimer verursachen.
Fraglicher Nutzen bei extrem hohen Kosten belastet G-BA-Bewertung
Dennoch zeigte die Bewertung durch den G-BA keine signifikanten Vorteile bei Symptomen oder Lebensqualität im Vergleich zu Standardtherapien. Die «Apotheken Umschau» erklärt, dass der hohe Preis des Medikaments nun im Zentrum der Verhandlungen und möglicher Marktverluste steht.
Der Vorsitzende des G-BA betonte, dass «kein Zusatznutzen nicht gleichbedeutend mit Wirkungslosigkeit» ist und neue Studien andere Ergebnisse liefern könnten. Die hohen Kosten von Lecanemab im Vergleich zu klassischen Medikamenten wie Acetylcholinesterase-Hemmern spielen eine wichtige Rolle in der Bewertung.
«T-online» weist darauf hin, dass herkömmliche Mittel monatlich 20 bis 30 Euro kosten, während Lecanemab rund das Hundertfache verlangt. Kritiker, darunter Fachgesellschaften, sehen Probleme in Konzept und Methodik der G-BA-Bewertung und fordern präzisere Studienergebnisse.
Lecanemab verzögert Alzheimer-Verlauf
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde betont, dass Lecanemab den Krankheitsverlauf um etwa 30 Prozent verzögert. «DGPPN Pressemitteilung» gibt diese Expertenmeinung wieder, ohne eigene Wertung, und weist auf die Bedeutung der weiteren Forschung hin.
Die Entscheidung des G-BA entspricht ähnlichen Einschätzungen in anderen Ländern, etwa dem niederländischen Gesundheitsinstitut, das keinen relevanten Nutzen fand.

Dies unterstreicht die anhaltende Debatte über Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten der neuen Alzheimer-Therapie Lecanemab in klinischer Praxis.












