Neue Waffe gegen Krebs macht Tumorzellen sichtbar
Forscher nutzen einen Antikörper, der Krebs für das Immunsystem sichtbar macht und Tumoren zum Schrumpfen bringt.

Krebszellen sind Meister der Tarnung. Sie senden gezielt Signale aus, die das Immunsystem täuschen.
Dadurch verhindern sie ihre Zerstörung, wie der «Krebsinformationsdienst» des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) erklärt.
Einer dieser Schutzmechanismen ist das Protein CD47, das Forschende als «Friss-mich-nicht-Signal» bezeichnen, berichtet die «Pharmazeutische Zeitung». Bindet CD47 an den Rezeptor SIRPα auf Makrophagen, werden diese Fresszellen daran gehindert, die Tumorzelle zu zerstören.
Antikörper hebt die Tarnkappe auf
Genau hier setzt der monoklonale Antikörper Magrolimab an. Bindet er an CD47, ist das Schutzsignal blockiert – und die Makrophagen können die Krebszellen angreifen, so die «Pharmazeutische Zeitung».
Da Tumorzellen gleichzeitig auch «Friss-mich»-Signale tragen, löst die Blockade gezielt ihre Zerstörung aus. Gesunde Körperzellen hingegen, die kein solches Signal aufweisen, bleiben unbehelligt.
Bei einer Phase-Ib-Studie mit Hochrisiko-Patienten mit einem myelodysplastischen Syndrom sprachen 74,7 Prozent auf die Kombination aus Magrolimab und Azacitidin an. Selbst Betroffene mit einer TP53-Mutation (einer besonders ungünstigen Veränderung) zeigten zu 68 Prozent ein Ansprechen, berichtet die «Gelbe Liste».
Breite Wirkung auf verschiedene Arten von Krebs
«Das Immunsystem ist ein starker Partner, wenn es darum geht, sehr zielgerichtet gegen den Krebs zu kämpfen.» Dies sagt Prof. Dr. Sascha Dietrich, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie der Uniklinik Düsseldorf, laut «Healthcare in Europe».
Vorklinische Studien belegten eine Wirksamkeit von Magrolimab gegen Brust-, Eierstock- und Darmkrebs sowie gegen Leukämien.

Die Zulassungsbehörde FDA erteilte dem Wirkstoff wegen vielversprechender Ergebnisse bei bestimmten Blutkrebs-Formen den Status «Breakthrough Therapy», so das DKFZ.
Noch kein Marktprodukt – Studien laufen
Noch ist Magrolimab nicht zur Behandlung von Krebs zugelassen.
Die «Pharmazeutische Zeitung» schreibt, bisherige Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass der Antikörper als Kombinationspartner wirksamer sei als in der Einzeltherapie.
Laufende Phase-3-Studien sollen nun klären, ob die Ergebnisse im grossen Massstab bestätigt werden können. In Deutschland werden Patienten für entsprechende Studien rekrutiert, berichtet die «Gelbe Liste».
















