Forschende haben eine neue Entdeckung gemacht: Enthalten Zellen gewisse Eiweissstoffe nicht mehr, kann das Altern hinausgezögert werden.
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Sind spezifische Eiweissstoffe in Zellen fast nicht mehr vorhanden, können Organismen länger und fitter leben. (Symbolbild) - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Durch Veränderungen bei Proteinen können Organismen länger leben und bleiben fitter.
  • Ein Forschungsteam aus Österreich hat dies anhand Fliegen, Hefe und Würmer untersucht.
  • Die Studie wird derzeit sogar auf höher entwickelte Tiere wie Mäuse ausgeweitet.

Die Wissenschaft wird schon lange von der Möglichkeit länger zu leben geprägt. Mit hoher Lebensqualität langsam zu Altern ist grundsätzlich das, was die Gesundheitsforschung anstrebt. Anhand mehreren Lebewesensarten beschäftigt sich die Zellbiologie mit den Alterungsprozessen und deren Veränderungsmöglichkeiten.

Ein österreichisches Forschungsteam untersuchte nun Fruchtfliegen, Hefepilze und Fadenwürmer, berichtet der österreichische «Standard». Den Biotechnologen Johannes Grillari und Markus Schosserer von der Universität Wien gelang es mit Experimenten, das Altern der Modellorganismen hinauszuzögern. Dies mithilfe einer Veränderung der Ribosomen, welche die Aufgabe haben, Proteine herzustellen.

Spezialisierte Ribosomen

Basierend auf den Umweltbedingungen spezialisierte Ribosomen helfen der Zelle möglichst schnell auf die möglichen schädlichen Umwelteinflüsse zu reagieren. Markus Schosserer sagt gegenüber dem «Standard»: «In den letzten Jahren wurde klar, dass dies kein starrer Prozess ist. Ribosomen würden stattdessen spezielle Proteine abhängig von den Bedingungen der Umgebung erzeugen. Darüber wussten wir lange nichts.»

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Bei Fliegen, Würmern und Hefe sei ein Eiweissstoff namens NSUN-5 entfernt worden und damit hätte sich das Altern um bis zu 20 Prozent vermindert. (Symbolbild) - Universität Bern

Die Forscher setzten den Fokus auf drei Anpassungen eines Bausteins. Die Modifikationen, welche die Eiweissherstellung beeinflussen, können sich positiv auf das Altern auswirken. «Bei Fliegen, Würmern und Hefe wird ein Eiweissstoff namens NSUN-5 entfernt oder vermindert. Damit erhöht sich deren durchschnittliche Lebensspanne um bis zu 20 Prozent», erklärt Schosser.

Studie zu Altern auf Mäuse ausgeweitet

Bei einem Protein namens NSUN-1 konnten Veränderungen je nach Alter des Organismus beobachtet werden. Die älteren Fadenwürmer zum Beispiel lebten durch die Anpassung der Proteine länger. Unpraktische Nebenwirkungen traten jedoch bei den Jüngeren auf. «Nach einer Modifikation von NSUN-1 in jungen Jahren beobachteten wir hingegen in der Folge verringerte Fruchtbarkeit», so Schosserer.

Momentan wird die Studie auf höher entwickelte Tiere wie Mäuse ausgeweitet. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sieht es ganz so aus, als wäre der Effekt derselbe.

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