ETH Zürich

    Klimawandel und Bevölkerungswachstum verschärft Vertreibungsrisiko

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Bereits seit Jahren müssen unzählige Menschen als Konsequenz des Klimawandels ihre Häuser verlassen. Eine Abnahme der Gefahren ist laut der ETH nicht in Sicht.

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    Überschwemmungen sind die prominentesten Sekundärschadenereignisse. (Symbolbild). - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Vertreibungsrisiko wird sich im laufenden Jahrhundert weiter verschärfen.
    • Wegen dem Klimawandel und Bevölkerungswachstum verlassen viele Menschen ihre Häuser.
    • Entsprechende Stadtplanungen könnten Risiken vermindern.

    Jedes Jahr müssen Millionen von Menschen weltweit aufgrund klimabedingter Katastrophen ihre Häuser verlassen. Das Risiko in den meisten Weltregionen, dass Menschen allein durch Flussüberschwemmungen aus ihrem Zuhause vertrieben werden, verschärft sich. Das geschieht selbst, wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllt werden.

    Dies berichtet ein internationales Forschungsteam unter Leitung der ETH Zürich um David Bresch, Professor für Wetter- und Klimarisiken. Die Erkenntnisse sind im Fachmagazin «Environmental Research Letters» zu lesen. Die Ergebnisse basieren auf Computersimulationen, die globale Modellszenarien zur Bevölkerungsentwicklung, Hochwasser-Extremereignissen sowie Klimamodellierungen verknüpfen.

    Überschwemmungen als Haupttreiber

    Schätzungsweise 288 Millionen Menschen weltweit mussten seit dem Jahr 2008 vor einer Naturkatastrophe fliehen und ihre Heimat verlassen. Überschwemmungen gehören zu den Haupttreibern dieser Entwicklung. Sie haben demnach 63 Prozent mehr Vertreibungen verursacht als Konflikte und Gewalt, wie die Forschenden in ihrer Studie schreiben.

    Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
    Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. - Keystone

    Sie berechneten, wie sich das Vertreibungsrisiko aufgrund von Überflutungen durch über die Ufer tretende Flüsse bis zum Ende des 21. Jahrhunderts entwickeln könnte. Resultat: Es könnte gegenüber dem Jahr 2000 um 350 Prozent ansteigen. Dies, wenn die menschengemachte Klimaerwärmung weiter ansteigt wie bisher und das prognostizierte Bevölkerungswachstum einträfe.

    «Das Vertreibungsrisiko steigt dabei in vielen Regionen überproportional zum Bevölkerungswachstum», sagte Bresch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Denn Menschen lassen sich vorzugsweise in Flussnähe nieder. Denn die Gewässer seien etwa in Handelsnetze eingebunden und böten in trockenen Regionen ausreichend Wasser für die Bewässerung.

    Risiken können noch vermindert werden

    Selbst wenn die Klimaziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden, verdoppelt sich das Vertreibungsrisiko gegenüber dem Jahr 2000. Im Pariser Klimaabkommen verpflichten sich fast alle Staaten der Welt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.

    australien
    Ein Grundstück in Australien steht wegen der Überflutung unter Wasser. - keystone

    In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara steigt das Vertreibungsrisiko gemäss den Modellen besonders stark wegen des prognostizierten Bevölkerungswachstums. In Ostasien, Lateinamerika sowie den pazifischen Inselstaaten hingegen verschärft sich das Risiko vor allem aufgrund von häufigeren Hochwasserereignissen.

    Noch könnten diese Risiken vermindert werden, schreiben die Forschenden. Etwa durch entsprechende Stadtplanungen, da die besonders betroffenen Regionen diejenigen seien, die in den kommenden Jahren voraussichtlich stärker urbanisiert würden.

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