HPV-Impfung senkt Sterberisiko bei Gebärmutterhalskrebs deutlich
Eine neue Studie zeigt, dass die HPV-Impfung das Sterberisiko bei Gebärmutterhalskrebs deutlich senkt und bei früher Verabreichung stärkeren Schutz bietet.

Eine im Fachmagazin The Lancet veröffentlichte Langzeitstudie belegt deutliche Erfolge der HPV-Impfung in der Krebsvorsorge. Vor allem bei jungen Frauen gingen die Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs stark zurück.
In England wurde zwischen 2020 und 2024 keine Frau im Alter von 20 bis 24 Jahren durch diese Krebsart registriert. Auf Basis früherer Daten wären in diesem Zeitraum rund 23 Todesfälle zu erwarten gewesen, wie die «netDoktor» darlegt.
Die Forschenden führen diese Entwicklung vor allem auf die seit 2008 eingeführte HPV-Impfung zurück. Insgesamt gehen sie von rund 200 verhinderten Todesfällen durch das Impfprogramm aus, so die «Frankfurter Rundschau».
HPV-Impfprogramm und frühe Wirkung
Grossbritannien startete 2008 ein nationales HPV-Impfprogramm für Mädchen zwischen zwölf und 13 Jahren. Seit 2019 werden auch Jungen standardmässig geimpft, ergänzt durch umfassende Nachholkampagnen, wie die «Apotheken-Umschau» berichtet.
Die stärksten Effekte zeigen sich bei früh geimpften Jahrgängen im Alter von zwölf bis 13 Jahren. In dieser Gruppe fiel das Sterberisiko laut Auswertung praktisch auf null.
Fachleute verweisen darauf, dass der Schutz besonders hoch ist, wenn die Immunisierung vor dem ersten Sexualkontakt erfolgt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum betont die deutlich erhöhte Wirksamkeit bei früher Impfung.
Impfung: Unterschiede bei Quoten
Deutschland bleibt bei der HPV-Impfung hinter internationalen Spitzenwerten zurück. Laut der «Apotheken-Umschau» sind rund 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen vollständig geimpft, bei Jungen liegt der Wert bei 36 Prozent.
Die Weltgesundheitsorganisation strebt bis 2030 eine Impfquote von 90 Prozent bei Jugendlichen an. Fachstellen sehen darin eine zentrale Voraussetzung für wirksame Krebsprävention, wie das DKFZ hervorhebt.
Die HPV-Impfung schützt vor Hochrisiko-Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Besonders die Typen 16 und 18 gelten als entscheidende Auslöser schwerer Krankheitsverläufe.
HPV-Impfung zeigt klaren Nutzen für langfristige Krebsprävention
Die Daten aus England gelten als starkes Indiz für die Wirkung breit angelegter Impfprogramme. Vor allem frühe Impfungen zeigen in der Studie einen klar messbaren Vorteil für den langfristigen Schutz.
Auch die Verträglichkeit der Impfung wird von Fachstellen als gut dokumentiert beschrieben. Nebenwirkungen bleiben meist mild und kurzfristig, etwa in Form von Rötungen oder Kopfschmerzen.

Die Forschenden sehen in den Ergebnissen einen wichtigen Fortschritt für die internationale Krebsprävention. Weitere Effekte dürften sich in älteren Jahrgängen in den kommenden Jahren noch deutlicher zeigen.












