Genfer Gel könnte Diabetes-Therapie ohne Spritzen ermöglichen

    Keystone-SDA
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    Genève,

    Genfer Forschende testen ein Gel mit insulinproduzierenden Zellen. Bei Mäusen normalisierte es den Blutzucker für mehr als 100 Tage.

    Diabetes
    Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen sich Insulin vor jedem Essen spritzen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Gel könnte Diabetes-Patienten künftig Insulinspritzen ersparen.
    • Bei Mäusen stabilisierte es den Blutzucker über mehr als 100 Tage.
    • Es schützt transplantierte insulinbildende Zellen besser vor dem Absterben.

    Ein neu entwickeltes Gel könnte Diabetikerinnen und Diabetikern in Zukunft ein Leben ohne Insulinspritzen ermöglichen. In Versuchen mit diabetischen Mäusen half es, den Blutzucker über Monate stabil zu halten. Das teilt die Universität Genf am Montag mit.

    Bis zu einer Anwendung beim Menschen dürfte es allerdings noch dauern.

    Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen ihrem Körper mit Spritzen oder einer Insulinpumpe täglich Insulin zuführen. Ihr Immunsystem zerstört jene Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die normalerweise Insulin produzieren.

    Ohne das Hormon kann der Körper Zucker aus dem Blut nicht mehr richtig verwerten: Der Blutzuckerspiegel steigt gefährlich an.

    Bisher scheitern Transplantationen oft am Überleben der Zellen

    Seit Jahren versuchen Forschende deshalb, insulinproduzierende Zellen zu transplantieren.

    Allerdings ist der Erfolg dieser Versuche bisher begrenzt: Viele der transplantierten Zellen sterben kurz nach dem Eingriff ab. Der Grund: Sie werden schlecht mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt oder vom Immunsystem angegriffen.

    Hier setzt ein Forschungsteam der Universität Genf und der Genfer Universitätsspitäler an. Die Forschenden entwickelten ein Hydrogel namens «Amniogel», das transplantierte Zellen schützen und besser versorgen soll.

    Das Gel basiert auf Bestandteilen der menschlichen Fruchtblase, die nach einer Geburt aus der Plazenta gewonnen werden können. Darüber berichteten die Forschenden in einer Studie in der Fachzeitschrift «Trends in Biotechnology».

    Das Gel baut ein feines Netz für die Versorgung auf

    Die insulinproduzierenden Zellen werden zusammen mit gefässbildenden Zellen in das Gel eingebettet. Noch vor der Transplantation entsteht darin ein feines Netzwerk aus Mikrogefässen.

    Nach dem Einsetzen verbindet sich dieses Netzwerk mit dem Blutkreislauf und versorgt die transplantierten Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen.

    Bei Mäusen bleibt der Blutzucker monatelang stabil

    Die Forschenden testeten ihre Entwicklung an diabetischen Mäusen. Bei 96 Prozent der Tiere, denen die Konstrukte unter die Haut transplantiert wurden, normalisierte sich der Blutzuckerspiegel innerhalb einer Woche.

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    Dieser Zustand blieb für mehr als 100 Tage stabil. Kontrollgruppen, die Inselzellen ohne das Gel oder in einem Gel ohne Endothelzellen erhielten, zeigten keinen vergleichbaren Erfolg.

    Für Patientinnen und Patienten ist der Ansatz allerdings noch nicht bereit. Bislang wurde er nur in Tieren getestet. Nun müssen grössere und langlebigere Transplantate entwickelt und ihre Sicherheit geprüft werden.

    Kommentare

    User #5650 (nicht angemeldet)

    Dieser Bericht lässt hoffen.Menschen mit Diabetes Typ 1 führen ein sehr eingeschränktes Leben.Jede Erleichterung ist willkommen...

    User #2116 (nicht angemeldet)

    Irgendwie, so denke ich und ob es logisch nachvollziehbar ist, kann ich für dich nicht sagen - aber das in der heutigen Zeit nicht die allermeisten Medikamente oral einsetzbar sind - ist auch ‚strange‘. Da schreitet man soweit voran und weiss Was ich wie weit, aber sehr sehr weit.. Fortschr(eiten)itt. Und dennoch: Warum Das nicht? Ich wollte es philosophisch ausdrücken..

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