Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly hat zum Jahrestag der «Razzia im Wintervelodrom» von 1942 die Verantwortung ihres Landes für die Deportation tausender Juden hervorgehoben.
Verteidigungsministerin Parly gedenkt der Holocaust-Opfer
Verteidigungsministerin Parly gedenkt der Holocaust-Opfer - AFP
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  • Ministerin bekennt sich zu französischer Verantwortung für Deportation.

«In Frankreich geborene Kinder wurden von Franzosen in den Tod geschickt - aus dem einzigen Grund, dass sie Juden waren», sagte Parly in einer emotionalen Rede während der Gedenkfeier in Paris am Sonntag. Bei der grössten Razzia gegen Juden während der deutschen Besatzungszeit in Frankreich wurden vor 70 Jahren in einer alten Pariser Bahnradhalle mehr als 13.000 Juden verhaftet.

«Ich wiederhole es: Die Razzia im Wintervelodrom ist allein die Tat der französischen Regierung, begangen von Franzosen», betonte die Verteidigungsministerin. Die Razzia sei ein «Symbol für alle anderen Verfolgungen». 76.000 Juden aus Frankreich seien in die deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert worden, erinnerte Parly.

Als erster französischer Präsident hatte der damalige Staatschef Jacques Chirac 1995 Frankreichs Verantwortung für die Judenverfolgung während der deutschen Besatzung anerkannt. Seine Vorgänger hatten stets von der alleinigen Verantwortung des Vichy-Regimes gesprochen.

Kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten hatte Emmanuel Macron im Juli 2017 die französische Verantwortung für die Judenverfolgung erneut hervorgehoben und, im Beisein von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, für den Einsatz gegen Antisemitismus und Rassismus plädiert.

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