Eurovision Song Contest

    Forschungsteam knackt Erfolgsrezept für Eurovision Song Contest

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Eine ETH-Studie will den Erfolgs-Code des ESC entschlüsselt haben. Englisch, Pop und tanzbare Songs erhöhen die Chancen – garantieren den Sieg aber nicht.

    Auch der Gewinner des letzten Eurovision Song Contests, JJ aus Österreich, hielt sich an die von der ETH berechnete Gewinner-Formel. (Archivbild)
    Auch der Gewinner des letzten Eurovision Song Contests, JJ aus Österreich, hielt sich an die von der ETH berechnete Gewinner-Formel. (Archivbild) - KEYSTONE/AP/MARTIN MEISSNER

    Das Wichtigste in Kürze

    • ETH-Studie: Englisch, Pop und Tanzbarkeit erhöhen die ESC-Siegchancen klar.
    • Analysiert wurden 1763 Songs aus 51 Ländern von 1956 bis 2024.
    • Seit 1998 dominiert Englisch den ESC klar als sprachlicher Erfolgsfaktor.

    Eine Studie hat den Code für einen Sieg am Eurovision Song Contest geknackt: Englisch, Pop und tanzbare Rhythmen sind der Schlüssel. Allerdings garantiert auch dieses Erfolgsrezept keinen Sieg.

    Die teilnehmenden Länder hätten über die 70-jährige Geschichte des Wettbewerbs gelernt, welche Merkmale die Chancen auf einen Sieg erhöhen. Das geht aus einer am MIttwoch im Fachmagazin «Royal Society Open Science» veröffentlichten Studie unter Leitung der ETH Zürich hervor.

    Das Forschungsteam analysierte dafür alle 1763 Lieder von 51 Ländern aus den Jahren 1956 bis 2024.

    Pro Song flossen über 35 Merkmale in die Auswertung ein. Darunter Tanzbarkeit, Akustik, Emotionalität, Sprache, Genre und thematische Schwerpunkte.

    Englisch macht aus Liedern Favoriten

    Ein zentraler Faktor für den Erfolg ist die Sprache. Die Daten zeigten, dass Lieder mit englischen Texten eine deutlich höhere Gewinnwahrscheinlichkeit hatten.

    Französisch, in den Anfangsjahren oft die Sieger-Sprache, sei nach 1990 hingegen zu einem Merkmal für schlechter platzierte Beiträge geworden.

    Englisch habe sich über die Jahrzehnte zur «Lingua franca» des Wettbewerbs entwickelt. Insbesondere nach der Aufhebung der Sprachregeln im Jahr 1998 sei der Anteil englischsprachiger Lieder sprunghaft angestiegen.

    Der ESC tanzt immer stärker im Pop-Takt

    Auch musikalisch hat der Studie zufolge eine Homogenisierung stattgefunden. Pop ist zum Standardgenre geworden. Bei den Audio-Eigenschaften der Lieder stellten die Forschenden fest, dass die «Tanzbarkeit» stetig zunahm, während «akustische» Elemente abnahmen.

    Erfolgreiche Lieder setzten oft neue Trends, denen andere Länder in den Folgejahren nacheiferten. Zudem seien die Liedtexte im Laufe der Zeit tendenziell länger geworden.

    Verfolgst du den ESC?

    Allerdings folgten nicht alle Länder diesem kollektiven Lernprozess. Die Studie identifizierte Frankreich, Italien, Portugal und Spanien als Ausnahmen. Diese Länder hielten mehrheitlich an ihren Landessprachen fest, obwohl sie damit ihre Siegeschancen verringerten.

    Die Autoren der Studie vermuten: Für diese Länder habe die Präsentation der eigenen nationalen Kultur einen höheren Stellenwert habe als der Sieg beim Wettbewerb.

    Der Code ist Pflicht, aber keine Garantie

    Die weitverbreitete Anpassung an die Erfolgsmerkmale führe zu einem sogenannten «Rote-Königin-Effekt».

    Weil fast alle Teilnehmenden auf Englisch, Pop und Tanzbarkeit setzten, würden diese Eigenschaften von einem Wettbewerbsvorteil zu einer reinen Grundvoraussetzung.

    Die Forschenden kommen zu Schluss: Die Einhaltung des «Codes» sei notwendig, um nicht zu scheitern, garantiere aber längst nicht mehr den Sieg.

    Kommentare

    User #3015 (nicht angemeldet)

    Ich bin ESC- Fan und habe ein Riesenproblem mit Teilnehmenden, die aus einem kriegsführenden Land kommen, das schwere Kriegsverbrechen begeht. Dass viele diese Tatsache ausblenden macht mich traurig. Nemo zog die richtigen Konsequenz, bravo.

    User #5990 (nicht angemeldet)

    Ach wieder einmal eine «Studie». Ich bin entzückt. Oder wurde diese bereits am 1. April veröffentlicht?

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