Erdbeben

Zehn Jahre nach Erdbeben: Amatrice gedenkt der Opfer

Keystone-SDA
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Italien,

An jeden getöteten Bewohner von Amatrice erinnerte ein Glockenschlag: In der mittelitalienischen Gemeinde ist in der Nacht an die Erdbebenserie erinnert worden, bei der vor zehn Jahren in der Region insgesamt fast 300 Menschen ums Leben kamen.

Amatrice Erdbeben
Ein Blick auf die beschädigten Gebäude der Stadt Amatrice in Mittelitalien am Mittwoch, dem 23. August 2017, ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben, das die Region heimgesucht und fast 300 Menschen das Leben gekostet hatte. - keystone

Um 3.36 Uhr – dem Zeitpunkt des schlimmsten Bebens – gab es in Amatrice, wo 239 Menschen starben, zunächst eine Schweigeminute. Anschliessend läuteten für jedes Todesopfer dort die Glocken.

Das schwere Hauptbeben in der Nacht zum 24. August 2016 hatte eine Stärke von 6,2. Besonders schwer war Amatrice betroffen. Innerhalb weniger Sekunden wurde der historische Kern des Ortes – etwa zwei Autostunden von der Hauptstadt Rom entfernt – fast vollständig verwüstet.

In der Nachbargemeinde Accumoli kamen zehn Menschen ums Leben, Dutzende weitere verloren in anderen Ortschaften in dem Gebiet in Mittelitalien ihr Leben. Insgesamt starben bei der Erdbebenserie fast 300 Menschen. Mehrere Hundert wurden zudem verletzt, viele davon schwer. Tausende Menschen in der Gegend verloren ihr Zuhause sowie ihr Hab und Gut.

Nach den ersten Stössen bebte die Erde noch monatelang, bis die Gegend endlich zur Ruhe kam. Die Bilder der Zerstörung gingen damals um die Welt. Besonders ikonisch ist die Aufnahme eines Feuerwehrmanns, der zwischen eingestürzten Häusern einsam dem wolkenverhangenen Himmel entgegenläuft. «Amatrice gibt es nicht mehr», sagte der damalige Bürgermeister Sergio Pirozzi.

Auch ein Jahrzehnt später ist das Stadtbild noch immer geprägt von Baustellen und Ruinen, zahlreiche Menschen im Grenzgebiet der Regionen Latium, Umbrien und den Marken leben weiter in Notunterkünften. Mit dem Wiederaufbau geht es trotz staatlicher Milliardenhilfen nur schleppend voran. Nicht einmal 40 Prozent der beschädigten Gebäude sind nach offiziellen Angaben wiederhergestellt.

Eine Anwohnerin sagte dem Fernsehsender SkyTG24: «In Amatrice gibt es viele Baustellen, und es wird daran gearbeitet, den Ort wiederaufzubauen. Aber es ist noch viel zu tun.» Sie hoffe, dass eines Tages wieder viele Menschen in der Gemeinde leben werden. «Darüber würde ich mich sehr freuen», sagte sie.

Der Sonderbeauftragte der Regierung für den Wiederaufbau, Guido Castelli, will auch am zehnten Jahrestag der Erdbebenserie kein Datum für den Abschluss der Wiederaufbauarbeiten nennen. «Leider wurden in den ersten Jahren Fehler gemacht, für die wir noch immer bezahlen. Aber inzwischen gehen wir mit einem anderen Tempo voran», sagte er der Zeitung «La Repubblica».

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wird am Nachmittag in der Gemeinde mit heute offiziell noch etwa 2.100 Einwohnern erwartet. Dort findet eine Gedenkzeremonie statt. Am Denkmal für die Opfer ist zunächst eine Kranzniederlegung geplant. Danach will der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, eine Gedenkmesse zelebrieren. Zahlreiche Menschen werden für die Veranstaltung in dem Ort erwartet.

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