Europäische Ariane-6-Rakete hebt erstmals mit mehr Kraft ab
Die europäische Trägerrakete Ariane 6 ist zum ersten Mal mit vier Boostern ins All gestartet. Die Rakete hob am Donnerstag vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana ab. Die Ariane 6 fliegt auch dank der Schweiz.

Der Start konnte in einer Live-Übertragung der Europäischen Weltraumagentur (ESA) mitverfolgt werden. An Bord der Rakete waren 32 Satelliten für das Projekt Leo des Internetriesen Amazon. Amazon Leo ist ein im Aufbau befindliches Satelliteninternetnetzwerk.
Für Ariane 6 war es bereits der sechste Flug. Allerdings wurde zum ersten Mal ihre leistungsfähigere Konfiguration mit vier Boostern eingesetzt. Bisher flog die Rakete nur mit zwei Boostern.
Die Booster sind die seitlich an der Rakete angebrachte Antriebe, die die Schubkraft liefern, um die Rakete während des Starts zu beschleunigen. Mit vier Boostern kann die Rakete 21,6 Tonnen Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern. Mit zwei Boostern sind es lediglich 10,3 Tonnen.
Am Gelingen des Transports der Satelliten in den Weltraum war auch die Schweiz beteiligt: So hat die Firma ApcoTechnologies mit Sitz im Waadtland ein Teil für die Befestigung sowie die Kappe der Booster gebaut. Ausserdem werden die Spitzen der Ariane-6-Raketen von Beyond Gravity in Emmen im Kanton Luzern hergestellt.
In dieser Spitze wurden die 32 Leo-Satelliten untergebracht, wo sie bis zum Erreichen des Weltraums geschützt sind. Bei diesem Start war sie ganze 20 Meter hoch und hatte einen Durchmesser von 5,4 Metern.
Damit war diese Rakete die bisher höchste Ariane 6, wie die ESA im Vorfeld des Starts mitgeteilt hatte. Nach dem Zusammenbau auf der Startrampe im europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana war sie 62 Meter hoch. Das entspricht etwa der Höhe des Bundeshauses in Bern.






