ETH-Forschende wollen Mond mit Glasfasern durchleuchten
Schnelles Internet für den Mond? Nicht ganz. Trotzdem wollen ETH-Forschende Glasfaserkabel auf den Mond bringen, um damit Mondbeben präzise zu messen.

Die bisherigen Daten über Mondbeben stammen von den Apollo-Missionen aus den 1970er-Jahren. Wie die ETH Zürich am Dienstag in einer Mitteilung erklärt, bieten diese allerdings nur einen flüchtigen Einblick in das Innere des Mondes.
In der Fachzeitschrift «Earth Space Science» stellen die Forschenden nur einen Ansatz vor, mit dem Beben auf dem Mond einfach gemessen werden könnten: Ein kleiner Rover könnte kilometerlange und sehr leichte Glasfaserkabel auf der Mondoberfläche ausrollen. Diese Kabel funktionieren laut den Forschenden wie Tausende von Sensoren und registrieren jede Erschütterung.
Die Forschenden nutzen für ihr Vorhaben die sogenannte DAS-Technologie (Distributed Acoustic Sensing). Dabei sendet ein Laser Lichtpulse durch ein Glasfaserkabel. Seismische Wellen, die das Kabel in Schwingung versetzen, verändern die Streuung des Lichts, was von einem Messgerät aufgezeichnet wird. Auf der Erde nutzen Forschende diese DAS-Technologie bereits, um Erdbeben und Erdrutsche zu überwachen.
Der Mond sei für diese Methode ideal, da es keine Atmosphäre und keinen Wind gebe, der die Messungen stören könnte, so die ETH. Labortests mit künstlichem Mondstaub hätten gezeigt, dass die Kabel die Signale auch dann gut empfangen, wenn sie nur auf der Oberfläche liegen und nicht vergraben sind.
Die Kabel könnten auch messen, wie viel Mondstaub Raketen bei ihrer Landung durch den Rückstoss aufwirbeln. Das hilft laut der ETH zukünftigen Astronautinnen und Astronauten, die Gefahren durch den extrem feinen Staub besser einzuschätzen und zu vermeiden.










