Stadt Zürich schreibt nach zehn Jahren erstmals wieder rote Zahlen
Die Stadt Zürich hat das Rechnungsjahr 2025 mit einem Minus von 22,9 Millionen Franken abgeschlossen. Trotz des ersten Defizits seit einem Jahrzehnt fällt das Ergebnis besser aus als budgetiert.

Nach einer langen Phase mit regelmässigen Überschüssen weist die Erfolgsrechnung der Stadt Zürich für das vergangene Jahr erstmals wieder einen Aufwandüberschuss aus. Ursprünglich war der Stadtrat jedoch von einer weitaus schwierigeren Lage ausgegangen: Das Budget hatte einen Fehlbetrag von rund 205 Millionen Franken vorhergesehen.
Dass das Minus so glimpflich ausfiel, ist hauptsächlich auf sprudelnde Steuereinnahmen zurückzuführen. Diese kletterten auf knapp 4 Milliarden Franken und lagen damit um 149,8 Millionen Franken über den Schätzungen. Sowohl bei den natürlichen Personen als auch bei den Unternehmenssteuern wurden deutlich höhere Eingänge verbucht als erwartet. Einzig bei den Grundstückgewinnsteuern musste die Stadt mit einem Rückgang kämpfen: Diese fielen mit 441,5 Millionen Franken fast 100 Millionen Franken tiefer aus als prognostiziert.
Die wirtschaftliche Stärke der Stadt hat jedoch ihren Preis im kantonalen Finanzausgleich. Aufgrund der gestiegenen Steuerkraft wird Zürich nach 2016 und 2023 zum dritten Mal zur Nettozahlerin. Nach Verrechnung mit den Ausgleichszahlungen für Zentrumslasten überweist die Stadt unter dem Strich 119,4 Millionen Franken an den Kanton.
Sorgen bereitet dem Stadtrat weniger das aktuelle Ergebnis als vielmehr die massiven Investitionen. Im Jahr 2025 flossen 1,815 Milliarden Franken in das Verwaltungsvermögen. Da der Selbstfinanzierungsgrad auf knapp 50 Prozent einbrach, musste rund die Hälfte dieser Summe über Kredite finanziert werden. Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen dadurch markant um über 711 Millionen Franken auf nun 7,199 Milliarden Franken an.
Um den finanziellen Handlungsspielraum langfristig zu sichern, hat der Stadtrat ein Investitionsziel von 1,5 Milliarden Franken pro Jahr festgelegt, das ab 2029 gelten soll. Das zweckfreie Eigenkapital der Stadt liegt per Ende 2025 trotz des Defizits weiterhin bei komfortablen 2,841 Milliarden Franken.






