Dunkle Materie auf neuer Karte sichtbar wie nie zuvor
Dunkle Materie: Eine neue Karte zeigt das Universum in bisher unerreichter Detailgenauigkeit und enthüllt die mysteriöse Struktur des Kosmos.

Forschende haben mit dem James-Webb-Teleskop eine bahnbrechende Kartierung der Dunklen Materie erstellt, berichtet «Scinexx». Die Karte enthüllt das unsichtbare Gerüst des Universums mit doppelt so hoher Auflösung wie bisherige Aufnahmen.
Das Team um Astrophysikerin Diana Scognamiglio vom Jet Propulsion Laboratory der NASA verbrachte 255 Stunden mit Beobachtungen.
Die Nahinfrarotkamera des Webb-Teleskops richtete sich dabei auf das sogenannte Cosmos-Feld, einen Himmelsausschnitt von rund 2,5 Vollmonden Grösse.
Die Dunkle Materie macht etwa 85 Prozent aller Materie im Universum aus, wie der «ORF» berichtet. Sie sendet weder Licht aus noch reflektiert sie elektromagnetische Strahlung, weshalb sie direkt unsichtbar bleibt.
Rekordauflösung enthüllt kosmisches Netzwerk
Das Forschungsteam nutzte den sogenannten schwachen Gravitationslinseneffekt, um die verborgene Materie zu kartieren, meldet «T3N». Die Schwerkraft der Dunklen Materie verbiegt das Licht entfernter Galaxien minimal und lässt sie verzerrt erscheinen.
Fast 800'000 Galaxien wurden im Cosmos-Feld erfasst, viele davon zuvor unbekannt, schreibt «Ingenieur.de». Die Wissenschaftler erreichten eine Dichte von 129 Galaxien pro Quadratbogenminute, ein nie dagewesener Wert.
Die neue Karte zeigt nicht nur massereiche Ansammlungen Dunkler Materie in Galaxienhaufen, sondern auch feine Filamente. Diese Brücken verbinden die verschiedenen Strukturen und bilden das kosmische Netzwerk, erklärt «Scinexx».
Dunkle Materie: Bedeutung für kosmische Evolution
Die Dunkle Materie bestimmte nach dem Urknall, wo die ersten Sterne und Galaxien entstanden, berichtet «Ingenieur.de».

Ihre Gravitationswirkung schuf die Grundlage für alle grossräumigen Strukturen im Universum, von Galaxienhaufen bis zu den kleinsten Galaxien.
Die Karte bestätigt, dass normale und Dunkle Materie eng miteinander verbunden sind. Richard Massey von der Durham University erklärt laut «T3N», dass beide Materieformen «zusammen aufgewachsen» seien.
Ausblick auf weitere Kartierungen
An der Erstellung der Karte waren auch die ETH Lausanne und das Observatorium Sauverny beteiligt, meldet das «ORF».
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal «Nature Astronomy» veröffentlicht. Künftige Missionen sollen auf dieser Arbeit aufbauen, schreibt «Ingenieur.de».
Das Euclid-Teleskop der ESA und das Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop der NASA sollen grossflächigere Kartierungen ermöglichen.












