Beyond Gravity liefert Technik für neuen ESA-Pflanzensatelliten
Ein neuer ESA-Satellit soll die Gesundheit von Pflanzen aus dem All überwachen. Der Schweizer Zulieferer Beyond Gravity liefert entscheidende Bauteile für die Mission, die am Dienstag startet.

Der neue europäische Satellit mit dem Namen Flex («Fluorescence Explorer») soll künftig Daten über die globale Vegetation liefern. Der Start ist für Dienstagmorgen um 03.21 Uhr (MEZ) geplant, wie der Schweizer Raumfahrtzulieferer Beyond Gravity am Montag mitteilte. Der Satellit wird zusammen mit dem Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-3C an Bord einer Vega-C-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ins All gebracht.
Die Mission Flex der Europäischen Weltraumorganisation ESA soll ein für das menschliche Auge unsichtbares Phänomen messen: die schwache Fluoreszenz, die Pflanzen während der Photosynthese aussenden. Da die Intensität dieses Signals von der Gesundheit der Pflanze und von Umweltbedingungen abhängt, erhoffen sich Forschende neue Einblicke in den Vegetationsstress durch Dürre oder Hitze.
Der Satellit soll die Erde in einer Höhe von rund 800 Kilometern umkreisen. Die Missionsdauer ist auf 3,5 Jahre ausgelegt.
Der zweite Satellit an Bord, Sentinel-3C, ist der dritte seiner Art und liefert Daten über Ozeane, Land, Eis und die Atmosphäre. Diese Beobachtungen dienen der Umweltüberwachung und fliessen in Wettervorhersagen ein.
Der Schweizer Zulieferer Beyond Gravity steuerte nach eigenen Angaben Schlüsseltechnologien für beide Satelliten sowie für die Trägerrakete bei. Für den Flex-Satelliten entwarf, baute und testete der Standort in Zürich-Seebach die Leichtbaustruktur. Diese wiegt 80 Kilogramm und kann den rund 400 Kilogramm schweren Satelliten tragen. Das Unternehmen war zudem für die mechanische und thermische Architektur der Satellitenplattform verantwortlich.
Für den Sentinel-3C-Satelliten lieferte Beyond Gravity ebenfalls die Struktur sowie den Ausrichtemechanismus für die Solarflügel.
Die Nutzlastverkleidung der Vega-C-Rakete stammt wiederum aus dem Werk in Emmen LU. Die neun Meter lange Spitze schützt die Satelliten während des Starts vor thermischen und mechanischen Belastungen. Sie besteht aus kohlefaserverstärktem Verbundwerkstoff und wird in der oberen Atmosphäre präzise abgeworfen. Die 35 Meter hohe Vega-C-Rakete kann Nutzlasten von bis zu 2300 Kilogramm ins All befördern.






