Altern wird durch extreme Hitze möglicherweise beschleunigt
Hitzewellen könnten das Altern beschleunigen: Neue Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen extremer Hitze und biologischem Alter.

Extreme Hitze belastet den menschlichen Körper nicht nur kurzfristig. Neue Studien zeigen laut mehreren Untersuchungen, dass häufige Hitzewellen mit einer beschleunigten biologischen Alterung verbunden sein könnten.
Eine Langzeitstudie aus China fand laut dem «Standard» einen Zusammenhang zwischen starken Hitzeperioden und einem messbaren Fortschreiten des biologischen Alters. Dafür analysierten Forschende Blutwerte von 2318 Menschen aus einer landesweiten Gesundheitsstudie.
Das biologische Alter beschreibt den Zustand des Körpers unabhängig vom tatsächlichen Lebensalter. Forschende berechnen es unter anderem anhand von Blutdruck, Cholesterin, Blutzuckerwerten und Entzündungsmarkern.
Forschende untersuchen Folgen von Hitzewellen auf das Altern
Das Forschungsteam verglich die Daten aus den Jahren 2011 und 2015 mit der jeweiligen Hitzebelastung der Teilnehmenden. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Menschen mit höherem Body-Mass-Index, Stadtbewohnern und Personen aus besonders warmen Regionen.
Die Forschenden untersuchten zwölf verschiedene Definitionen von Hitzewellen. Unter besonders strengen Kriterien war jedes zusätzliche Hitzeereignis mit einem höheren biologischen Alter verbunden.
Auch andere Untersuchungen liefern Hinweise auf mögliche Folgen von extremer Hitzeauf das Altern. Der «Frankfurter Rundschau» zufolge analysierte eine Studie aus Taiwan Gesundheitsdaten von 24'922 Erwachsenen über einen Zeitraum von 15 Jahren.
Biologisches Altern nimmt bei starker Hitze offenbar zu
Die Forschenden stellten dabei einen Zusammenhang zwischen wiederholter Hitzeexposition und schnellerem biologischen Altern fest. Besonders betroffen waren laut Studie Menschen mit körperlicher Arbeit, aus ländlichen Regionen und ohne Klimaanlagen.
Eine weitere Studie der University of Southern California untersuchte mehr als 3600 Erwachsene ab 56 Jahren. Dabei wurden epigenetische Veränderungen im Erbgut mit der Zahl besonders heisser Tage am Wohnort verglichen.
Das Ergebnis: Menschen in Regionen mit vielen extremen Hitzetagen zeigten im Durchschnitt eine stärkere biologische Alterung. Die Forschenden berücksichtigten dabei auch Faktoren wie Lebensstil, Einkommen und Bildung.
Stoffwechsel als möglicher Auslöser
Dem «Standard» zufolge zeigen sich Hitzeeffekte besonders beim Fett- und Zuckerstoffwechsel. Veränderungen zeigten sich unter anderem bei Cholesterinwerten und dem Langzeitblutzucker HbA1c.
Auch die Studie aus Taiwan deutet auf langfristige Effekte hin. Wie die «Heute» berichtet, stieg das biologische Alter der untersuchten Personen nach einzelnen Hitzewellen um mehrere Tage an.
Die Forschenden betonen jedoch, dass weitere Untersuchungen notwendig sind. Zukünftige Studien sollen zusätzliche Regionen, Bevölkerungsgruppen und individuelle Hitzeaussetzungen berücksichtigen.












