Zoll stellt gefälschte Luxusuhren sicher
Der Zoll hat in Konstanz in Deutschland zehn gefälschte Luxusuhren aus China sichergestellt. Dem Empfänger aus der Schweiz drohen nun rechtliche Konsequenzen.

Zollbeamte entdeckten in Konstanz zehn gefälschte Luxusuhren bei der Kontrolle eines Postpakets aus China für einen Schweizer Empfänger. Wären die Uhren echt gewesen, hätte die Sendung einen Wert von mehr als 160'000 Euro (ca. 149'000 Franken) erreicht.
Der junge Mann aus dem Kanton Zürich liess sich die gefälschten Rolex- und Cartier-Uhren nach Deutschland schicken und zustellen. Die Plagiate wurden sichergestellt, während die betroffenen Markenhersteller umgehend über den Fund informiert wurden und weitere Schritte prüfen.
Wie das «Presseportal» berichtet, drohen dem Empfänger nun zivilrechtliche Verfahren durch die Hersteller der betroffenen Luxusmarken wegen Markenrechtsverletzungen. Die beschlagnahmten Uhren werden im Auftrag der Rechteinhaber vernichtet und gelangen deshalb nicht mehr in den regulären Warenverkehr.
Zoll erklärt Vorgehen gegen Produktfälschungen
Produktfälschungen werden auf Grundlage des gewerblichen Rechtsschutzes aus dem Verkehr gezogen, sofern Rechteinhaber entsprechende Anträge beim Zoll stellen. Die Zentralstelle Gewerblicher Rechtsschutz dient bundesweit als Ansprechpartner für Marken, Patente und weitere gewerbliche Schutzrechte in Deutschland.
Mit diesen Massnahmen sollen Hersteller wirksam vor Markenpiraterie und Verbraucher vor rechtswidrigen oder minderwertigen Nachahmungen geschützt werden. Gefälschte Waren dürfen deshalb nach ihrer Sicherstellung regelmässig nicht an die vorgesehenen Empfänger ausgehändigt oder weiterverkauft werden.
«VOL.AT» zufolge werden sichergestellte Plagiate nach Abschluss der Verfahren grundsätzlich im Auftrag der jeweiligen Markeninhaber fachgerecht vernichtet. Damit soll verhindert werden, dass gefälschte Markenprodukte erneut in den Handel oder auf andere Vertriebswege gelangen können.
China bleibt wichtigstes Herkunftsland
Nach Angaben der Zollbehörden stammen weiterhin zahlreiche sichergestellte Markenfälschungen aus China und erreichen Europa überwiegend über Paketsendungen aus Fernost. Besonders häufig betroffen sind persönliche Accessoires wie Uhren, Schmuck, Taschen und Sonnenbrillen namhafter Hersteller verschiedener Luxusmarken weltweit.

Im Jahr 2025 beschlagnahmte der deutsche Zoll gefälschte Waren im geschätzten Gesamtwert von rund 446 Millionen Euro bundesweit. Knapp 65 Prozent der Lieferungen stammten aus China, während Zubehör den grössten Anteil aller sichergestellten Produktfälschungen ausmachte.
Wie «NRWZ» berichtet, sehen die Behörden Markenfälschungen weiterhin als anhaltendes Problem für Hersteller und Verbraucher gleichermassen an. Nach Einschätzung der Zollsprecherin gibt es inzwischen kaum noch Produkte, die von Fälschern nicht nachgeahmt werden.












