In Deutschland gingen am heutigen Freitag zehntausende Menschen für den Klimaschutz auf die Strasse. Zu Gast in Berlin war auch die Aktivistin Greta Thunberg.
Eine Demonstrantin hält auf der Klimastreikdemonstration von «Fridadys For Future» (FFF) eine Plakat mit der Aufschrift «Inlandsflüge nur für Insekten» in die Höhe. Die Aktivisten fordern sozial gerechte und effektive Massnahmen, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Foto: Markus Scholz/dpa
Eine Demonstrantin hält auf der Klimastreikdemonstration von «Fridadys For Future» (FFF) eine Plakat mit der Aufschrift «Inlandsflüge nur für Insekten» in die Höhe. Die Aktivisten fordern sozial gerechte und effektive Massnahmen, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Foto: Markus Scholz/dpa - sda - Keystone/dpa/Markus Scholz

Das Wichtigste in Kürze

  • Zehntausende Deutsche demonstrierten am heutigen Freitag für den Klimaschutz.
  • In der Hauptstadt Berlin hielt die schwedische Aktivistin Greta Thunberg eine Rede.
  • Zahlreiche Politiker lobten das Engagement der Bewegung «Fridays for Future».

Zwei Tage vor der Bundestagswahl haben Zehntausende überwiegend junge Menschen in ganz Deutschland für mehr Klimaschutz demonstriert. Sie folgten dem Aufruf von Fridays for Future (FFF) und weiteren Protestaktionen im ganzen Land.

Grosse Demonstrationen zogen lautstark und friedlich unter anderem durch Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und Freiburg. Allein in der deutschen Hauptstadt sprach die Polizei von einer Teilnehmerzahl im «mittleren fünfstelligen Bereich».

Greta Thunberg
Klimaaktivistin Greta Thunberg an der Demonstration in Berlin. - keystone

Bei einem Auftritt vor dem Reichstagsgebäude kritisierte die 18-jährige schwedische Initiatorin von Fridays for Future, Greta Thunberg, Deutschland scharf: «Deutschland ist objektiv gesehen einer der grössten Klima-Bösewichte.» Die Demonstrationen waren Teil des internationalen Aktionstags für mehr Klimaschutz. Fridays for Future verlangt Massnahmen für die Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 Grad.

Demo Berlin
Greta Thunberg läuft beim Klimastreik in Berlin vorne mit. - keystone

Regierungssprecher Steffen Seibert verwies auf Fortschritte und sagte, die Regierung habe ihre Anstrengungen verstärkt, neue Klimaziele zu erreichen. Es gebe eine neue Dynamik in Deutschland und auf europäischer Ebene. Kanzlerin Angela Merkel habe wiederholt betont, wie wichtig der Einsatz für den Klimaschutz sei. Die Bewegung Fridays for Future habe «natürlich etwas erreicht».

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bedankte sich auf Twitter für das Engagement. Fridays for Future habe mitgeholfen, dass Klimaschutz oben auf der Agenda stehe. «Ich sage ausdrücklich: Dass heute Klimastreik ist, ist richtig.» Klimapolitik gehöre zu den wichtigen Themen, über die bei der Wahl entschieden werde.

Der Kanzlerkandidat der Christdemokraten, Armin Laschet, versprach in einer Botschaft auf Instagram mehr Tempo beim Klimaschutz: «Für die CDU ist ganz klar, nicht erst seit heute: Deutschland muss beim Klimaschutz schneller und besser werden.» Das Ziel sei, weltweit so schnell wie möglich Klimaneutralität zu erreichen.

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sprach in Köln in der Nähe der Universität mit Demonstranten. Empfangen wurde sie bei ihrem überraschenden Auftauchen wie eine Art Rockstar. Noch vor Beginn des Protestmarschs verabschiedete Baerbock sich wieder.

Demo Deutschland
Überall in Deutschland wurden Klimastreiks abgehalten. - keystone

Thunberg sagte: «Deutschland ist der viertgrösste Kohlendioxid-Ausstosser in der Geschichte und das bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Menschen. In ihrer Rede auf Englisch, die von Applaus begleitet wurde, forderte sie eine Veränderung des «Systems». Man könne sich aus der Krise nicht «herausinvestieren, bauen oder kaufen». Umso länger man so tue, «desto mehr Zeit verlieren wir».

Viel Beifall für Greta Thunberg

Neben Beifall gab es für Thunberg auch Gekreische und Teenager-Rufe wie: «Ich liebe dich, Greta» und «Oh mein Gott, ich habe Greta gesehen». Viele filmten ihren Auftritt. Nach der Kundgebung verliess sie begleitet von Polizisten den Platz vor dem Reichstagsgebäude. Zuvor hatten drei ältere Männer sie bedrängt und mit Gesten beleidigt.

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