Wladimir Putin

    Wladimir Putin: Soldaten leakten fast ein Jahr lang Geheimdaten

    Simon Binz
    Simon Binz

    Ukraine,

    Während Russland vor westlichen Hackern warnt, haben Putins eigene Soldaten fast ein Jahr lang Armegeheimnisse in einem öffentlichen Telegram-Chat geteilt.

    Wladimir Putin
    Immer wieder kommt es zu Pannen in der russischen Armee. Das dürfte Wladimir Putin gar nicht gefallen. - getty

    Das Wichtigste in Kürze

    • Russische Soldaten teilten fast ein Jahr lang Geheimdaten in einem Telegram-Chat.
    • Darunter: Drohnenzugänge, Soldatenlisten, Passwörter & sogar ein geheimer Tarnungsplan.
    • Erst Ende April wurde der Chat gesperrt, nachdem ein Administrator fremde Nutzer bemerkte.

    Während russische Geheimdienste vor westlichen Hackern warnen, haben Soldaten der eigenen Armee ihre Geheimnisse gleich selbst ins Internet gestellt. Wie das unabhängige russische Medium «ASTRA» berichtet, wurden fast ein Jahr lang in einem öffentlichen Telegram-Chat geheime Daten des 143. Gardemotorregiments veröffentlicht.

    Der Name der Gruppe liess dabei tief blicken: «Blyadskaya Organizatsiya» – auf Deutsch etwa «Scheiss-Organisation». Und der Name war offenbar Programm. Laut «ASTRA» fanden sich in der Gruppe täglich Links zu internen Videokonferenzen für Stabschefs und Führungsoffiziere.

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    Doch damit nicht genug: Auch geheime Soldatenlisten, Munitionsanträge, Daten zu Überwachungssystemen sowie Logins, Passwörter und Zugangsdaten für Drohnen-Streams sollen dort kursiert haben. Mit diesen Zugangsdaten konnte theoretisch jeder die Lage an der Front live verfolgen.

    Tarnungsplan selbst enttarnt

    Noch brisanter: Laut «ASTRA» landeten sogar interne Dokumente des Stabs der russischen 5. Armee in der Gruppe. Darin enthalten waren Angaben zu Verlusten, Versorgungsproblemen – und ein geheimer Tarnungsplan für den Raum Vremivka.

    Die Idee dahinter: Mit Fake-Stellungen und vorgetäuschtem Truppenbetrieb sollte die ukrainische Aufklärung getäuscht werden. Die Pointe: Die entsprechenden Anweisungen wurden zeitgleich öffentlich im Chat gepostet.

    russland ukraine krieg
    Russlands Armee kämpft in der Ukraine gegen aussen – und von innen zerfrisst sie ein Korruptionssystem. - keystone

    Als weiteres Detail enthielt die Gruppe ausserdem interne Codenames für Flüsse in den Regionen Saporischschja und Donezk. So wurde etwa aus der «Werchnjaja Tersa» die «Angara», aus dem «Gaychur» die «Wolga». Diese Tarnnamen sollten bei Audio- und Videoverbindungen genutzt werden – nun sind sie öffentlich bekannt.

    Chat war fast ein Jahr lang öffentlich zugänglich

    Fast ein Jahr lang war der Chat öffentlich zugänglich. Erst Ende April wurde ein Administrator misstrauisch, nachdem plötzlich fremde Nutzer der Gruppe beitraten. Seine Reaktion wirkt heute wie unfreiwillige Komik.

    Er schrieb: «Wer tritt bei, wer sind sie? Zu welchem Zweck sind sie hier?» Kurz darauf folgte die Warnung: «SICHERHEIT IST AM WICHTIGSTEN.» Seit dem 4. Mai wird die Gruppe nicht mehr aktualisiert.

    Telegram Wladimir Putin
    Das Logo der Messenger-App Telegram – über einen öffentlichen Chat teilten russische Soldaten fast ein Jahr lang unbemerkt geheime Militärdaten. - Keystone

    Das 143. Gardemotorregiment ist ein Kampfverband aus dem russischen Fernen Osten. Die Einheit kämpft derzeit im südlichen Teil der Ostfront gegen die Ukraine und ist mit Panzern, Schützenpanzern und Artillerie ausgerüstet.

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    Kommentare

    User #6295 (nicht angemeldet)

    Die Russen leben aktiven Umweltschutz. Sie sind Weltmeister im CO2 sparen

    User #1362 (nicht angemeldet)

    Wie makaber zumindest für mich. Wenn das Benzin alle ist ,den Schmerz weiß jeder zu beschreiben. Aber all die Soldaten sind meist nur Zahlen die Irgendwie bereits eingeplant sind. Ich finde jeder einzelne Mensch ist mehr wert als ein voller Tank.

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