Ukraine sucht nach Schiffsangriff Dialog mit Iran

Esada Kunic
Esada Kunic

Ukraine,

Die Ukraine hat ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer angegriffen. Nun sucht Kiew das Gespräch mit Iran – und pocht auf Deeskalation.

Andrij Sybiha iran
Nach dem Angriff auf ein iranisches Schiff rief Aussenminister Andrij Sybiha in Teheran an – Iran solle nicht eskalieren. - keystone

Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha hat seinen Amtskollegen in Teheran nach dem Angriff auf ein Frachtschiff angerufen.

Wie der «ORF» berichtet, erklärte Sybiha auf der Plattform X, das Ziel Kiews sei es, unnötige Eskalation zu vermeiden.

Hat die Ukraine mit dem Angriff auf das iranische Schiff eine rote Linie überschritten?

Sybiha äusserte sich nach einem Besuch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Donald Trump in Washington. Die Ukraine verteidige sich laut dem Minister ausschliesslich gegen die russische Aggression und ziele nie auf zivile Schiffe.

Ein Toter und Vorwürfe von beiden Seiten

Die Ukraine hatte am 25. Juli das iranische Schiff «Ana» im Kaspischen Meer angegriffen, wie «Euronews» berichtet. Dabei kam ein Matrose ums Leben, ein weiterer wurde verletzt.

Kiew behauptet, das Schiff habe militärische Ausrüstung für Russland transportiert.

Das iranische Aussenministerium wies diese Anschuldigungen zurück. Es erklärte laut «Euronews», Iran spiele im Krieg zwischen Russland und der Ukraine keine Rolle.

Iran verurteilt Angriff scharf

Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi hatte den Angriff zunächst scharf verurteilt und mit Vergeltung gedroht.

Laut dem «Tagesspiegel» äusserte er sich dabei auch gegenüber der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas und dem russischen Aussenminister Sergej Lawrow.

Araghtschi warf laut «Euronews» Selenskyj einen Verstoss gegen das Völkerrecht vor. Nach dem Telefonat mit Sybiha erklärte er, auch Iran wolle keine weitere Eskalation, entstandene Schäden müssten aber ersetzt werden.

Moskau mahnt zur Zurückhaltung

Auch Russland meldete sich zu Wort und warnte vor einer Eskalation in der Kaspi-Region, berichtet der «ORF».

Abbas Araghtschi iran
Nach dem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff ruft die Ukraine Iran an und beschwichtigt. Araghtschi fordert, dass entstandene Schäden ersetzt werden. - keystone

Selenskyj hingegen beklagte einmal mehr, Iran unterstütze Russland im Krieg.

Russland versorge das iranische Militär laut «Euronews» intensiv mit Satellitenaufnahmen aus der Golfregion.

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Kommentare

User #6440 (nicht angemeldet)

Scheinbar hat es Selenski realisiert, dass der Iran nicht Russland ist und hat sich eingenässt. Der Iran macht keinen Spass und schlägt eiskalt und hart zurück, viel brutaler als die Russen.

User #2735 (nicht angemeldet)

Nun, da in den USA ein neues Gesetz verabschiedet wurde das Russland, aber auch seine Zulieferländer ins Visier nimmt wird die Iranische Unterstützung für Putin immer wichtiger. Es gibt bald nur noch eine Achse des Bösen aus drei Ländern. Iran, NJ und das sinkende Russland. Aus diesem Grund lese ich den Wunsch von Selensky, mit dem Iran nicht zu eskalieren als Wink mit dem Zaunpfahl. Übersetzt, hört auf Russland zu unterstützen, dann müssen wir nicht weiter eskalieren. Nehmt Euch ein Beispiel an Syrien, Kolumbien, Venezuela, Kuba etc... Russland hat bisher immer alle "Freunde" schändlich im Regen stehen lassen.

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