Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer fordert die Drosselung der Rentenerhöhungen.
Senioren auf einer Strasse
Senioren auf einer Strasse - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Kritik an Rentenplänen der Ampel-Koalition.

Eine Möglichkeit wäre, die Renten nur noch mit der Inflation steigen zu lassen, sagte Schnitzer der Düsseldorfer «Rheinischen Post» vom Freitag. «Bisher sind sie an die Lohnentwicklung gekoppelt. Stattdessen könnte man nur noch einen Inflationsausgleich gewähren, die Inflation lag ? abgesehen von der aktuellen Ausnahmesituation ? zuletzt meist unter zwei Prozent.»

Die Wirtschaftswissenschaftlerin sagte weiter: «Das würde vor allem die besserverdienenden Menschen belasten, denn sie leben im Durchschnitt länger als ärmere Menschen. Die könnten aber ganz gut selbst etwas zur Seite legen.» Auch Österreich gehe so vor, sagte das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Zugleich muss nach Ansicht Schnitzers das Renteneintrittsalter steigen: «Die Rente mit 67 Jahren wird in den 2030er Jahren nicht mehr reichen, darüber sollten wir jetzt ehrlich sprechen.» Es sei notwendig, das Renteneintrittsalter zu flexibilisieren. «Zusätzliche Lebenszeit sollte zu zwei Drittel zu mehr Arbeitszeit führen und zu einem Drittel in die Freizeit gehen», sagte die Münchener Professorin weiter. Das werde die Arbeitgeber zwingen, ihre Jobs anzupassen und ihre Beschäftigten länger weiterzubilden.

Schnitzer kritisierte die Rentenpläne der Ampel-Koalition: «Die Koalition verspricht die Quadratur des Kreises, wenn sie Rentenniveau, Beitragssatz und Renteneintrittsalter stabil halten will.» Der Bund zahle schon jetzt 100 Milliarden Euro im Jahr an die Rentenversicherung, das sind 25 Prozent des Bundesetats. «Wenn wir nichts tun, werden es in 20 Jahren 50 Prozent sein», mahnte die Wirtschaftsweise.

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