Wallis ermittelte bereits früher gegen Bar-Inhaber Moretti
Beim Feuer in der Bar in Crans-Montana starben 40 Menschen, über 100 wurden verletzt. Im Ticker bleibst du über die neusten Entwicklungen im Bild.

Das Wichtigste in Kürze
- In Crans-Montana läuft die Aufarbeitung der Feuer-Katastrophe im «Le Constellation».
- Bei der Tragödie am Neujahrstag starben 40 Menschen, über 100 wurden verletzt.
- Im Ticker hält dich Nau.ch auf dem Laufenden.
Nach der Feuer-Tragödie in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana mit 40 Toten steht die Aufarbeitung im Zentrum. Der Bar-Inhaber sitzt in Untersuchungshaft, seine Frau und Mit-Inhaberin ist auf freiem Fuss. Derweil kommen immer mehr Details über das Ehepaar ans Licht.
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Wallis ermittelte bereits gegen Bar-Inhaber Moretti
07.30: Nach der Brand-Katastrophe in Crans-Montana ermitteln die Behörden gegen die Barbetreiber Jacques und Jessica Moretti. Bereits bekannt war, dass Jacques Moretti in Frankreich wegen Zuhälterei verurteilt worden war. Nun schreibt die «Sonntags Zeitung», dass die Morettis auch im Wallis bereits mehrfach ins Visier der Justiz gerieten.
Erstmals untersuchten Walliser Behörden das Ehepaar 2020 im Zusammenhang mit einem Covid-Überbrückungskredit von 75’500 Franken. Kurz nach der Auszahlung kauften die Morettis einen Maserati im Wert von über 33’000 Franken. Das veranlasste die Walliser Kantonalbank dazu, die Justiz zu informieren.
Die Untersuchung wegen möglicher Zweckentfremdung des Kredits wurde jedoch eingestellt, da laut Behörden keine Straftat vorlag. Der Wagen war als Geschäftsvermögen der Bar deklariert. 2022 folgten weitere Abklärungen wegen Beschwerden von Mitarbeitenden über Arbeitsbedingungen in ihren Betrieben, deren Resultate nicht öffentlich bekannt sind.
Ex-Kellnerin kündigte wegen Sicherheitsbedenken
03.15: Im Rahmen der Untersuchungen rücken die Sicherheits- und feuerpolizeilichen Massnahmen in den Fokus. Was ehemalige Angestellte des «Le Constellation» sagen, erhöht den Druck auf das Inhaber-Paar weiter.
Gegenüber französischen Medien sagte Sarah, sie habe einst für dort gearbeitet, jedoch nach wenigen Monaten gekündigt. «Ich weigerte mich, viele der Dinge zu tun, die sie verlangten.»

So hätten die Kellnerinnen versuchen sollen, Kunden von den Champagnerflaschen mit den Wunderkerzen zu überzeugen, was sie für gefährlich hielt. Sie habe sich auch geweigert, mit der Flasche auf den Schultern einer anderen Angestellten zu sitzen. Es sei gefährlich mit all den betrunkenen Leuten, sie habe Angst um ihre Haare gehabt.
Zudem seien die Notausgänge immer verschlossen gewesen. Sie habe die Türe nur öffnen dürfen, um in die Wohnung darüber zu gehen. Die Feuerlöscher seien in einem Büro gewesen, das ebenfalls oft verschlossen gewesen sei.
Maxime, ein weiterer ehemaliger Kellner im «Le Constellation» bestätigt das. «Es bestand definitiv ein Risiko, die Feuerschutzmassnahmen waren mangelhaft.» Die Angestellten seien nicht instruiert worden, die Ausgänge seien verschlossen oder blockiert gewesen.
Charlie Hebdo empört mit Karikatur
00.30: Das Satire-Magazin «Charlie Hebdo» fällt immer wieder mit provokanten Karikaturen auf. So auch im Nachgang an die Feuer-Tragödie in Crans-Montana.
Die Zeichnung zeigt schwarze Skifahrer, die in Crans-Montana den Berg hinunterfahren, einige Flammen sind zu sehen. Dazu steht: «Les bronzés font du ski» (zu Deutsche etwa «Die Sonnengebräunten fahren Ski»). Es sei die «Komödie des Jahres».

Auf X, vormals Twitter, hagelt es Kritik für die Zeichnung, sie sei nicht Meinungsfreiheit oder schlechter Geschmack, sondern «absolute Unmenschlichkeit». Andere User finden es schrecklich, sich über 14-jährige Kinder lustig zu machen, die unter Qualen gestorben sind. Es wäre besser, mit den Karikaturen auf die Betreiber oder die Behörden als auf die Opfer zu zielen.
Andere Nutzer hingegen verteidigen die Zeitschrift: Sie habe schon immer provokative Zeichnungen veröffentlicht, es dürfe in diesem Bereich keine Grenzen geben.











