Winter bringt Kamtschatka in Schneechaos
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka herrscht der schwerste Winter seit drei Jahrzehnten mit bis zu fünf Meter hohen Schneeverwehungen.

Die Pazifikregion Kamtschatka im äussersten Osten Russlands erlebt derzeit einen extremen Winter mit rekordverdächtigen Schneefällen. Innerhalb weniger Tage fiel so viel Schnee wie normalerweise in mehreren Monaten nicht vorkommt, berichtet «Reuters».
Meteorologen sprechen laut der «Zeit» von den schwersten Schneefällen seit etwa 30 Jahren auf der Halbinsel. In der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski erreichte die durchschnittliche Schneehöhe 170 Zentimeter, wie die Nachrichtenagentur «Xinhua» unter Berufung auf Wetterdaten meldet.
Die Behörden verhängten in der Region den Ausnahmezustand, nachdem zwei Männer von Schneemassen erschlagen wurden. Die Opfer starben durch Schnee, der von Hausdächern herabstürzte, wie die «Zeit» unter Berufung auf lokale Behörden berichtet.
Schneemassen blockieren Häuser und Strassen
An einigen Wohngebäuden türmen sich die Schneeverwehungen auf bis zu fünf Meter Höhe auf. Bewohner waren teilweise von den Schneemengen eingeschlossen und konnten ihre Häuser nicht mehr normal verlassen, meldet «t-online».
Gouverneur Wladimir Solodow stufte die Lage auf den Strassen in diesem Winter bei einer Krisensitzung als kritisch ein. Er ordnete an, bis zum 21. Januar alle wichtigen Strassen und Kreuzungen freizuräumen, berichtet die «Moscow Times».
Der Gouverneur räumte Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln wie Brot und Milch ein, wie der «Stern» meldet. Die Engpässe seien auf den Zustand der Infrastruktur zurückzuführen, sobald Zufahrten freigeschaufelt seien, könnten Lieferungen wieder erfolgen.
Winter in Kamtschatka: Zyklone vom Pazifik bringen extreme Schneemassen
Die extremen Bedingungen sind laut der «Zeit» auf wiederkehrende Zyklone über dem Pazifik zurückzuführen. Diese bringen grosse Mengen Feuchtigkeit mit sich, die sich durch kalte Luft in schweren Schnee verwandelt.

«Das letzte Mal sahen wir so etwas vor über 50 Jahren», sagte Vera Polyakova vom Hydrometeorologischen Zentrum Kamtschatkas. Diese Bedingungen seien nach modernen Beobachtungen ausserordentlich selten, zitiert die «Moscow Times» die Meteorologin.
Studenten und Soldaten wurden mobilisiert, um Menschen in Not zu helfen und Wege zu Häusern freizuschaufeln. Räumfahrzeuge sind rund um die Uhr im Einsatz, um die Strassen wieder passierbar zu machen, meldet die «Welt».
















