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    Trumps Krieg im Iran: Greift Kim Jong Un bald zum Hörer?

    Simon Binz
    Simon Binz

    Nordkorea,

    Kim Jong Un dürfte wegen des Kriegs im Iran vor einer strategischen Entscheidung stehen: Distanz halten oder erneut den direkten Draht zu Donald Trump suchen.

    Kim Nordkorea Iran-Krieg
    Kim Jong Un und Donald Trump trafen sich mehrere Male während dessen Präsidentschaft. Wird es nun wegen dem Iran-Krieg wieder zu einem Treffen kommen? - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Laut einer Analyse eines US-Senders verfolgt Nordkorea den Krieg gegen Iran sehr genau.
    • Kim Jong Un könnte deshalb überlegen, erneut Gespräche mit Donald Trump zu suchen.
    • Nordkoreas Atomwaffen stärken zwar die Abschreckung, garantieren aber keine Sicherheit.

    Während die USA und Israel ihre Militärschläge gegen Iran fortsetzen, verfolgt auch Nordkorea die Entwicklung genau. Die Führung in Pjöngjang dürfte jede Einzelheit der Operation genau auswerten und daraus Schlüsse für die eigene Sicherheit ziehen.

    Auffällig ist etwa bereits der Umgang der nordkoreanischen Staatsmedien mit den Ereignissen. Sie verurteilten zwar den Angriff auf Iran als «Krieg der Aggression». Doch den Tod von Irans oberstem Führer Ali Khamenei erwähnten sie nicht.

    Wie gross ist die Gefahr, dass sich die aktuellen Spannungen zwischen den USA und ihren Gegnern weltweit weiter ausweiten?

    Das hat einen Grund: Nordkoreas politisches System lebt von der fast mythischen Unantastbarkeit seines eigenen Führers. Würde öffentlich gezeigt, dass ein mächtiger Staatschef gezielt getötet werden kann, könnte das diese Erzählung untergraben.

    Pjöngjang analysiert Washingtons Strategie

    Nach Einschätzung von «CNN» prüfen Kim Jong Un und sein enger Kreis aus Militärs und Parteifunktionären nun genau, wie Washington im Iran vorgeht. Besonders im Fokus steht die Fähigkeit der USA, zwischen Diplomatie und militärischem Druck schnell zu wechseln.

    Der Korea-Experte Chad O’Carroll vom Forschungsunternehmen Korea Risk Group sagt, Kim könnte deshalb sogar überlegen, wieder Gespräche mit Trump aufzunehmen. Selbst oberflächliche Kontakte könnten für Nordkorea strategisch sinnvoll sein.

    Die Logik dahinter: Nicht unbedingt Vertrauen – sondern der Versuch, mit der Unberechenbarkeit des US-Präsidenten umzugehen.

    Ein Lehrstück für autoritäre Regime

    Für Nordkorea ist der Iran-Konflikt auch aus einem anderen Grund relevant. In den vergangenen Monaten haben die USA bereits einen spektakulären Schlag gegen ein anderes Regime geführt: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wurde von US-Spezialkräften festgenommen.

    Solche Ereignisse zeigen autoritären Staaten, dass selbst stark gesicherte Regierungen verwundbar sein können. Deshalb analysiert Nordkorea laut «CNN» nun jede Einzelheit der Operation gegen Iran – auch um sicherzustellen, dass Kim ein ähnliches Schicksal nie erleidet.

    Iran-Krieg Nordkorea
    Kim Jong Un und seine Tochter werden ständig von Sicherheitskräften begleitet – diese tragen teilweise spezielle kugelsichere Schutzkoffer. - Keystone

    Das Land verfügt bereits über eines der aufwendigsten Schutzsysteme für Staatschefs weltweit. Sicherheitskräfte begleiten Kim bei öffentlichen Auftritten dicht gedrängt, teilweise mit speziellen kugelsicheren Schutzkoffern. Zudem existieren in Nordkorea zahlreiche unterirdische Anlagen und alternative Kommandozentren.

    Atomwaffen verändern die Rechnung

    Anders als Iran verfügt Nordkorea jedoch über einen entscheidenden Faktor: Atomwaffen. Experten gehen davon aus, dass Pjöngjang inzwischen mehrere Dutzend nukleare Sprengköpfe besitzt und Raketen entwickelt hat, die theoretisch auch das US-Festland erreichen können.

    Diese Abschreckung verändert die strategische Lage erheblich. Sie macht militärische Angriffe auf Nordkorea riskanter als gegen Staaten ohne Nukleararsenal.

    Nordkorea Iran-Krieg
    Experten gehen davon aus, dass Pjöngjang inzwischen mehrere Dutzend nukleare Sprengköpfe besitzt und Raketen entwickelt hat, die theoretisch auch das US-Festland erreichen können. - Keystone

    Doch selbst Atomwaffen garantieren keine absolute Sicherheit. Moderne Geheimdienste können Führungspersonen lokalisieren, Kommunikationssysteme stören und Verteidigungsanlagen überraschend ausschalten – wie aktuelle Konflikte immer wieder zeigen.

    Erinnerung an Hanoi

    Die Ereignisse könnten bei Kim auch Erinnerungen an 2019 wecken. Damals traf er Trump zum zweiten Gipfel in Hanoi. Nordkorea hoffte auf einen grossen diplomatischen Durchbruch. Doch die Gespräche endeten abrupt ohne Ergebnis. Trump verliess den Gipfel vorzeitig, Kim reiste ohne Abkommen ab.

    Nach diesem Rückschlag wandte sich Nordkorea zunehmend von Washington ab und intensivierte stattdessen seine Beziehungen zu Wladimir Putin. Pjöngjang liefert inzwischen Munition und militärische Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine und erhält im Gegenzug unter anderem Energie, Lebensmittel und möglicherweise Militärtechnologie.

    Nordkorea Iran-Krieg
    Kim Jong Un und Wladimir Putin sind sich in jüngster Zeit nähergekommen. Der Iran-Krieg hat jedoch gezeigt, dass ein Bündnis mit Russland keine automatische Garantie für Unterstützung bietet. - Keystone

    Auch hier liefert der Iran-Konflikt eine wichtige Lektion. Obwohl Teheran enge Beziehungen zu Russland und China pflegt, griff keine der beiden Mächte militärisch ein. Das dürfte auch in Pjöngjang aufmerksam registriert werden. Selbst formelle Partnerschaften bieten in Krisen keine automatische Garantie für Unterstützung.

    Persönliche Diplomatie als Option

    Gerade deshalb könnte Kim erneut über direkten Kontakt mit Trump nachdenken. Die Beziehung zwischen den beiden war ungewöhnlich persönlich. Nach den Gipfeltreffen 2018 und 2019 sprach Trump öffentlich von «wunderschönen Briefen» und sagte sogar: «Wir haben uns verliebt.»

    Trump wiederum wurde 2019 der erste amtierende US-Präsident, der nordkoreanischen Boden betrat – bei einem symbolischen Treffen an der innerkoreanischen Grenze.

    Iran-Krieg Nordkroea
    Der Iran-Krieg wird von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un genau beobachtet. - Keystone

    Doch in Trumps jüngsten Reden spielte Nordkorea kaum noch eine Rolle. Für einen Politiker, der internationale Beziehungen oft stark personalisiert, kann diese Aufmerksamkeit – oder ihr Fehlen – politisch entscheidend sein.

    Die offene Frage

    Offiziell hält Washington weiterhin die Tür für Gespräche offen. Auch Kim liess zuletzt eine kleine Hintertür: Nordkorea sei grundsätzlich bereit für bessere Beziehungen, wenn die USA den Staat als Atommacht anerkennen.

    Ob daraus tatsächlich neue Gespräche entstehen, ist unklar. Doch laut der CNN-Analyse dürfte Kim derzeit vor allem eine Frage beschäftigen: Ist es riskanter, Trump anzurufen – oder gar nichts zu tun?

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    Kommentare

    User #2056 (nicht angemeldet)

    Er sollte sich nur sorgen ob im jemand wieder aufhilft, wenn in Deckung liegt und mit dem Fernglas so tut als ob er eine Frontlinie beobachtet

    User #6479 (nicht angemeldet)

    Gut dass Kim auch Atomwaffen besitzt

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