Wie eine EU-Flotte bei den Waldbränden helfen soll
Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände in Spanien und Frankreich hat die EU einen Notfallmechanismus aktiviert. Kann er helfen, eine noch grössere Katastrophe zu verhindern? Der aktuelle Stand im Überblick:

Die EU hat ihre Notfallreserve aktiviert und Löschfahrzeuge mit Personal in die betroffenen Länder gebracht. Insgesamt sieben Löschflugzeuge und vier Löschhubschrauber würden in Frankreich eingesetzt, teilte die EU-Kommission mit. Für Spanien seien sechs Flugzeuge mobilisiert worden. Der Grossteil der Luftfahrzeuge ist nach Angaben der Europäischen Kommission Teil einer EU-Flotte zur Bekämpfung von Waldbränden.
Bei Krisensituationen in der EU können andere Mitgliedsländer zunächst spontan Hilfsangebote machen. Bei katastrophalen Ereignissen wie den Waldbränden in Frankreich und Spanien reichen die jedoch oft nicht aus.
Dann können die betroffenen Länder auf einen Pool aus Einsatzmitteln zurückgreifen, zu dem die Nationalstaaten mit ihren Ressourcen beitragen und der von der EU-Kommission koordiniert wird. Brüssel unterstützt den Pool mit Geld und sorgt dafür, dass die Hilfsmittel auch technisch in allen Ländern eingesetzt werden können.
Sind auch diese Mittel nicht ausreichend, kommt die EU-Flotte ins Spiel, die Notfallreserve «RescEU». Insgesamt stehen an verschiedenen Standorten in Europa 22 Löschflugzeuge und 5 Hubschrauber zur Verfügung.
Laut dem Bericht des Rechnungshofes wurde diese Hilfe zwischen 2020 und 2024 viermal so oft aktiviert wie im Vergleichszeitraum von 2015 bis 2019. Löschflugzeuge waren zum Beispiel auch schon gegen die grossen Waldbrände in Portugal im September 2024 im Einsatz.
Dass nicht einfach die gesamte Flotte in Frankreich und Spanien eingesetzt werden kann, liegt laut zuständigen EU-Beamten auch daran, dass nicht alle Flugzeuge für alle regionalen Gegebenheiten geeignet seien. Etwa, weil nicht alle Flugzeuge im Flug Wasser schöpfen können und zusätzliche Infrastruktur brauchen.
Für einen Waldbrand-Experten der EU erweckten Forderungen zu Löschflugzeugen und Hubschraubern ohnehin einen falschen Eindruck. Wenn man vor Ort sei und über 15 Meter hohe Flammen sehe, oder sich das Feuer mit mehr als vier Kilometern pro Stunde ausbreite, könne man nichts tun, sagte er. «Man kann nur versuchen, Menschen zu schützen, nur versuchen, sich selbst zu schützen.» Die EU könne auch 50 Löschflugzeuge kaufen, aber das werde niemals ausreichen, betonte er.














