Zusammenarbeit mit Italien im Fall Crans-Montana nimmt Fahrt auf

Keystone-SDA
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Crans-Montana,

Nach einem zweitägigen Besuch im Wallis konkretisiert sich die Zusammenarbeit zwischen italienischen und Schweizer Justizbehörden im Fall der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Italienische Ermittler wollen rund tausend Dokumente aus dem insgesamt 3500 Seiten umfassenden Dossier erhalten, das sie vor Ort einsehen konnten. Die Staatsanwaltschaft Sitten hat laut der Nachrichtenagentur ANSA zugesagt, das komplexe Prüf- und Übermittlungsverfahren mithilfe des Bundesamts für Justiz zu beschleunigen.

Crans-Montana
Bei der Aufarbeitung des Brandes in Crans-Montana arbeiten die Schweiz und Italien zusammen. - keystone

Der römische Staatsanwalt Stefano Opilio konnte das gesamte Dossier einsehen. Eine direkte Kopie der Akten ist jedoch rechtlich nicht möglich, wie die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud, am Mittwoch Keystone-SDA erklärte. Für Dokumente ohne Namensnennung braucht es eine sogenannte Zwischenverfügung der Walliser Staatsanwaltschaft. Enthalten die Unterlagen personenbezogene Daten, müssen die Betroffenen einer Weitergabe zustimmen. Erst danach entscheidet die Behörde, welche Dokumente an Italien übermittelt werden.

Ziel ist es, das Verfahren in Italien voranzubringen. Verwendet werden dürfen die Unterlagen dort allerdings erst nach Abschluss des internationalen Rechtshilfeverfahrens.

Während ihres Aufenthalts besuchte die italienische Delegation auch den Unglücksort in Crans-Montana und besichtigte die Aussenbereiche der Bar, in der das Feuer in der Silvesternacht 41 jungen Menschen das Leben kostete und 115 weitere verletzte.

Auch die Walliser Staatsanwaltschaft wird ein Rechtshilfeersuchen an Italien richten. Sie verlangt unter anderem Zugang zu Autopsieberichten der italienischen Opfer, medizinisch-forensischen Gutachten zu Verletzten, Auswertungen von Mobiltelefonen sowie zu Zeugenaussagen, die von italienischen Ermittlern aufgenommen wurden.

Bereits am 19. Februar hatten sich Delegationen beider Länder unter Leitung von Pilloud und Francesco Lo Voi in Bern getroffen. Dabei bekräftigte die Walliser Staatsanwaltschaft ihre Bereitschaft, ein Rechtshilfeersuchen aus Rom zu unterstützen.

Der Besuch der italienischen Ermittler in Sitten unterstreicht den Willen beider Seiten, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Unter den 41 Todesopfern der Katastrophe in der Bar «Le Constellation» befinden sich sechs italienische Staatsbürger, zudem wurden rund zehn weitere verletzt.

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Kommentare

User #2435 (nicht angemeldet)

Italien sollte sich nicht so gross aufspielen, die haben bis heute noch mehr Skandale gehabt, als die Schweiz.

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