Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Verdopplung der Mittel zur weltweiten Bekämpfung von Malaria gefordert.
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Malaria wird von Mücken übertragen - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • Jahresbericht verweist auf Folgen von Corona-Pandemie und Klimawandel.

Vergangenes Jahr seien die Gelder für den Kampf gegen die Tropenkrankheit zwar auf 3,5 Milliarden Dollar (3,36 Milliarden Euro) erhöht worden, erklärte die WHO am Donnerstag in Genf in ihrem Malaria-Jahresbericht. Damit lägen die Hilfen aber immer noch deutlich unter den benötigten 7,3 Milliarden Dollar.

Die internationale Gemeinschaft sei von ihrem Kurs «abgekommen», die Zahl der Malaria-Infektionen bis 2030 um 90 Prozent im Vergleich zu 2015 zu verringern, heisst es in dem WHO-Bericht. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gab sich dennoch zuversichtlich. «Indem wir die Reaktion verstärken, die Risiken verstehen und verringern, die Widerstandskraft erhöhen und die Forschung beschleunigen, gibt es allen Grund, von einer Zukunft ohne Malaria zu träumen», erklärte Tedros.

Malaria wird von bestimmten Mücken übertragen. Alljährlich sterben hunderttausende Menschen an der Krankheit, insbesondere kleine Kinder. Afrika ist mit Abstand der am schwersten betroffene Kontinent. Dort werden 95 Prozent der Infektionen und 96 Prozent der Todesfälle registriert.

Für einen deutlichen Rückschritt im Kampf gegen Malaria sorgte die Corona-Pandemie. Nachdem in den Jahren 2000 bis 2019 die Zahl der Malaria-Toten rapide zurückgegangen war, stieg sie 2020 um zehn Prozent auf 625.000 Fälle weltweit. Vergangenes Jahr sank die Zahl wieder leicht auf 619.000 Malaria-Tote.

Anlass zur Hoffnung gibt ein neuer Impfstoff gegen Malaria. Er wurde bereits an mehr als eine Million Kinder verabreicht und soll ab kommendem Jahr in grossem Umfang verfügbar sein. Es sei noch zu früh für Schätzungen, wie viele Menschenleben das Vakzin retten könne, sagte der Leiter des WHO-Programms gegen Malaria, Abdisalan Noor. In jedem Fall erwarte er «einen deutlichen Effekt bei den schweren Erkrankungen und Todesfällen».

Zugleich kann sich der Malaria-Erreger aber an neue Bedingungen anpassen, wie Peter Sands hervorhob, der den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria leitet. So könne der Erreger durch Mutation die Wirkung von Malaria-Mitteln verringern. Die Mücken, die den Parasiten übertragen, könnten ausserdem resistent gegen bestimmte Insektizide werden. Sands hob überdies hervor, dass sich Malaria im Zuge des Klimawandels auf Regionen ausbreiten könne, die bislang als sicher gegolten hätten.

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