Warum Autobauer die Rabatte für Neuwagen senken

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    Lange Zeit waren kräftige Preisnachlässe bei Neuwagen üblich. Doch von der Rabattkultur im deutschen Autohandel ist derzeit kaum etwas zu spüren. Experten vermuten dahinter einen Strategiewechsel.

    Im August fallen Rabatte und Ermässigungen auf den Kauf eines Neuwagens aussergewöhnlich klein aus. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer vermutet, dass Hersteller ihre Produktion zurückfahren wollen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/ZB
    Im August fallen Rabatte und Ermässigungen auf den Kauf eines Neuwagens aussergewöhnlich klein aus. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer vermutet, dass Hersteller ihre Produktion zurückfahren wollen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/ZB - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sinkende Rabatte für Neuwagen deuten laut einer Studie des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer auf einen Strategiewechsel der Autobauer hin.

    Zwar fielen die Nachlässe und Verkaufsaktionen im Urlaubsmonat August eigentlich immer etwas schmaler aus als sonst. In diesem Jahr sei der Effekt aber so gross wie in den vergangenen zehn Jahren nicht, schreibt Dudenhöffer. «Es sieht danach aus, als wollte man profitabler mit weniger Verkäufen und kleineren Fabriken werden», lautet das Fazit. Die Strategie, mit zusätzlichen Verkäufen die Fabriken wieder zu füllen, scheine nicht mehr im Fokus zu stehen.

    So seien den Käufern der 30 beliebtesten Neuwagen im Juli im Schnitt noch 22,5 Prozent Nachlass auf den Listenpreis geboten wurden, im August dann nur noch 19,9 Prozent, wie eine Auswertung der sogenannten Internet-Rabatte ergab. Der durchschnittliche Nachlass auf ein neues Elektroauto sei sogar um gleich fünf Punkte auf 35,7 Prozent zurückgegangen - vor allem, weil VW seinen neuen ID.3 praktisch ohne Herstellerrabatt verkaufe. Ausserdem sei die Zahl der Eigenzulassungen, die meist nach kurzer Zeit zu niedrigeren Preisen verkauft werden, aussergewöhnlich niedrig.

    Bei der Reduzierung der Kapazitäten profitierten die Hersteller derzeit auch von der Kurzarbeit, schreibt Dudenhöffer weiter. Dadurch seien sie weniger gezwungen, ihre Fabriken um jeden Preis auszulasten. Der Branchenexperte warnte allerdings auch vor möglichen negativen Folgen des «werthaltigeren Verkaufs». Es bestehe die Gefahr einer Abwärtsspirale, wenn die Verkaufszahlen zu stark zurückgingen und die Marke dadurch weniger sichtbar sei.

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