Waldbrand

Waldbrand in belgischem Moor tobt weiter - Brandgeruch bis Köln

Keystone-SDA
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Deutschland,

Hunderte Einsatzkräfte haben ein Übergreifen der Flammen im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn auf die deutsche Seite auch am Tag vier des verheerenden Brandes verhindern können. Das Hohe Venn gilt als eine einzigartige Hochmoor- und Sumpflandschaft.

Belgien
Die Waldbrände in Belgien wüten weiter. - keystone

Die Feuerwehr in der deutschen Grenzstadt Monschau in der Eifel berichtete, der befürchtete starke Wind sei ausgeblieben. «Der Wind hat etwas aufgefrischt, aber der macht uns nicht so zu schaffen», schilderte Sprecher Tobias Schell der Nachrichtenagentur DPA.

Monschau ist seit Tagen von einem Übergreifen der Flammen bedroht. Der Waldbrand in dem Naturschutzgebiet ist einer der grössten in der belgischen Geschichte. Das Feuer hatte sich am Sonntagabend der deutschen Grenze so weit genähert, dass in Monschau-Kalterherberg etwa 30 Einwohner aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen mussten. Weitere Evakuierungen waren zunächst nicht geplant.

Zum zunehmenden Problem werde der belastende Brandrauch für die Einsatzkräfte, sagte Schell. Der Brandgeruch zog auch weit über das deutsch-belgische Grenzgebiet und Monschau hinweg. Noch in mehr als 100 Kilometer Entfernung sorgte der unangenehme Geruch in Teilen des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen für Warnungen und besorgte Bürgeranfragen.

Betroffen waren etwa Köln, Wuppertal, das Oberbergische oder auch ein Teil des Ruhrgebiets – damit war der Rauch für Millionen Menschen zu riechen. Die Kölner Feuerwehr rief eine «grossräumige Geruchslage» im Gebiet der Millionenstadt aus. Es drohe aber keine Gefahr, hiess es. Zuvor hatten sich besorgte Bewohner wegen der Geruchsbelästigung gemeldet. Aus Düsseldorf kamen vereinzelte Berichte über unangenehmen Brandgeruch.

In Wuppertal warnte die Feuerwehr: «Zurzeit ist der Brandgeruch im ganzen Stadtgebiet wahrzunehmen. Eine gesundheitliche Gefährdung kann nicht ausgeschlossen werden.»

Das Feuer habe sich nicht weiter Richtung deutsche Grenze ausgebreitet, die Flammen seien nach wie vor gut zwei Kilometer entfernt, berichtete Schell weiter. Zu den bis zum Nachmittag vorhergesagten starken Winden und Böen sei es nicht gekommen. Das Feuer sei daher nicht stärker angefacht worden, die Lage bleibe statisch, schilderte er am Nachmittag.

Bei der Brandbekämpfung habe es in der Nacht einen Unfall: Ein belgisches Löschfahrzeug sei umgekippt. Dabei wurde aber niemand verletzt. Aktuell seien noch 170 Einsatzkräfte im Drei-Schicht-System im Einsatz. Die Löscharbeiten würden sicher noch etliche Tage dauern.

Der belgische Innenminister Bernard Quintin sprach von einem unberechenbaren Feuer. Selbst wenn es unter Kontrolle gebracht worden sei, müsse man das Gebiet unter Wasser setzen, um ein erneutes Aufflammen zu vermeiden. Die Nachlöscharbeiten dürften Wochen dauern, sagte der Minister bereits am Montag der Nachrichtenagentur Belga.

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