Die EU will Atom- und Gaskraftwerke unter bestimmten Bedingungen als umweltfreundlich einstufen. Nun rechtfertigt Ursula von der Leyen diesen Vorschlag.
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Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ursula von der Leyen verteidigt den Plan der EU, Atom- und Gaskraft als grün einzustufen.
  • Man werde diese Energien brauchen, solange es nicht genug erneuerbare gäbe, sagt sie.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Plan verteidigt, Atomkraft und Gas als umweltfreundlich zu kennzeichnen. «Wir werden sie brauchen, solange es nicht genügend erneuerbare Energien gibt.» Dies sagte von der Leyen in einem Interview der «Zeit» (Donnerstag).

Sie stehe mit voller Überzeugung hinter dem Vorschlag der EU-Kommission, Gas und Atomkraft in die sogenannte Taxonomie aufzunehmen.

Strenge Regeln für Kraftwerke

Mit der Taxonomie will die Kommission festlegen, welche Geldanlagen als klimafreundlich gelten sollen, um die Klimawende voranzubringen. Von der Leyen sagte, dass die Meinungen der Mitgliedstaaten über Erdgas und Nuklearenergie auseinandergingen.

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Ein Atomkraftwerk in Belgien (Symbolbild). - dpa

Allerdings erkenne der Vorschlag nur Gaskraftwerke an, die sehr strenge Regeln befolgen. Gleiches gilt für Kernkraftwerke mit modernster Technologie und einem Plan, um den Atommüll zu verringern. Anleger könnten zudem klar erkennen, ob ein umweltfreundliches Finanzprodukt Atomkraft oder Gas enthalte, sagte von der Leyen.

Umweltschützer haben den Entwurf trotz der Auflagen scharf kritisiert. Dies angesichts der ungelösten Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle und der CO2-Emissionen bei Gas.

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