EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will beim G7-Sondergipfel zur Lage in Afghanistan für eine umfassende internationale Lösung für Flüchtlinge werben.
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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. - POOL/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • «Es ist wichtig, dass alle an der Afghanistan-Mission beteiligten Staaten ausreichende Neuansiedlungsquoten und gesicherte Wege bereitstellen, damit wir die Schutzbedürftigen aufnehmen können», sagte sie am Freitag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Man müsse verhindern, dass die Menschen in die Hände von Schmugglern und Menschenhändlern fielen. «Denn das bringt Afghanen, die vor dem Konflikt fliehen wollen, in eine mindestens ebenso grosse Gefahr», sagte sie.

Angesichts der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan wollen die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten in der kommenden Woche bei einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen beraten. Zu der Gruppe der wichtigen Industrieländer gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan und Kanada. Die Spitzenvertreter der EU sind zudem auch immer mit dabei.

Wegen der Entwicklungen in Afghanistan erwartet die EU eine starke Zunahme der Zahl der Menschen, die ihr Heimatland verlassen wollen. Viele Afghanen befürchten eine Rückkehr der Schreckensherrschaft der Islamisten der 1990er-Jahre, während der etwa Frauen vom öffentlichen Leben ausgeschlossen waren und die Vorstellungen der Islamisten mit barbarischen Strafen durchgesetzt wurden.

«Das Ganze ist eine Tragödie für die Menschen in Afghanistan und das ist ein schwerer Rückschlag für die internationale Gemeinschaft», sagte von der Leyen zu den Entwicklungen.

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