Eine vermeintlich blutende Madonna im deutschen Dorf Ostro ist kein Wunder, sondern das Werk von Milben.
Madonna von Ostro
Die Madonna von Ostro mit Jesuskind. Das Bistum Dresden-Meissen verzeichnet grosse Resonanz auf die «blutende Madonna» von Ostro in Sachsen – obwohl man für das «Wunder» nun eine natürliche Erklärung gefunden hat. (KEYSTONE/DPA/Sylvia Krüger) - KEYSTONE

Eine vermeintlich blutende Madonna im deutschen Dorf Ostro im katholischen Bistum Dresden-Meissen ist kein Wunder. Die Marienfigur wurde lediglich von Milben befallen, wie das Bistum mitteilte.

Augenzeugen hatten knapp zwei Wochen vor Ostern eine rote Substanz auf den Köpfen der in einer Feldkapelle aufgestellten Muttergottesfigur mit Jesuskind entdeckt. Da das Ereignis Wunderspekulationen auslöste, liess das katholische Bistum eine wissenschaftliche Untersuchung anstellen.

Wissenschaftliche Erklärung fürs Phänomen

Der Dresdner Zoologe Klaus Reinhardt stellte laut Bistum fest, dass die rote Substanz Milben waren. Bei manchen Arten dieser kleinen «Spinnentierchen» handelt es sich demnach um eine durchaus typische Verhaltensweise, dass es bei steigenden Temperaturen zu Kletterbewegungen auf höher gelegene Punkte kommt. Hierin könnte auch ein Grund für die Ansammlung der Milben auf den beiden Köpfen der Statue zu sehen sein.

Die Bestimmung der genauen Milbenart dauert noch an. Dem Bistum zufolge sorgte das Auftauchen der Substanz für beträchtliches Aufsehen in der Region. Demnach versammelten sich Gläubige zum Gebet vor der Statue.

Generalvikar Andreas Kutschke dankte den Gläubigen fürs Gebet, auch wenn sich kein Wunder zeigte. «Es stimmt optimistisch, wenn Gläubige auf vielfältige Weise sensibel bleiben für die Zeichen Gottes an uns Menschen in dieser Zeit.»

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