Nach der Kritik des Europarates urteilte der Vatikan erstmals über einen Geldwäsche-Fall.
Der beleuchtete Petersdom im Vatikan bei Nacht.
Der Vatikan will härter gegen Geldwäsche und undurchsichtige Finanzgeschäfte vorgehen. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein vatikanisches Gericht spricht einen Immobilienunternehmer der Geldwäsche schuldig.
  • Es ist das erste Urteil dieser Art.

Erstmals hat ein Gericht im Vatikan jemanden wegen Geldwäsche schuldig gesprochen. Das Tribunal von Vatikanstadt verurteilte einen italienischen Immobilienunternehmer zu zweieinhalb Jahren Haft, teilte das Büro des Heiligen Stuhls heute Donnerstag mit. Zudem seien mehr als eine Million Euro dauerhaft von ihm beschlagnahmt worden. Ob der Mann ins Gefängnis geht, hänge allerdings noch davon ab, ob er Berufung einlegt.

Das Urteil wurde demnach bereits am 17. Dezember gesprochen. Der Schuldspruch sei von massgeblicher Bedeutung für die Bemühungen, kriminellen Finanzgeschäften im Kirchenstaat beizukommen, hiess es weiter. Gegen den Unternehmer sei seit 2014 ermittelt worden, in dem Jahr sei auch sein bei der Vatikanbank IOR deponiertes Geld eingefroren worden. Die Million solle nun dem Vatikan zugeschlagen werden.

Vor einem Jahr hatte der Europaratsausschuss Moneyval in einem Bericht bemängelt, dass der Vatikan bisher keinen Verdachtsfall von Geldwäsche vor Gericht gebracht habe. Die Vatikanbank im Besitz des Heiligen Stuhls wurde oft mit Skandalen in Verbindung gebracht und stand lange wegen dubioser Geschäfte in der Kritik. Ihr wurde vorgeworfen, auf ihren Konten das Vermögen italienischer Gangster, Geldwäscher und Steuerbetrüger zu verstecken. Papst Franziskus hatte nach seinem Amtsantritt 2013 ein härteres Vorgehen gegen Geldwäsche und undurchsichtige Finanzgeschäfte angekündigt.

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