Bundestag

Union im Bundestag lehnt Heils Hartz-IV-Pläne ab

DPA
DPA

Deutschland,

Arbeitsminister Hubertus Heil will den Zugang zur Grundsicherung dauerhaft erleichtern. Der Koalitionspartner sperrt sich. Auch aus der FDP gibt es Kritik.

Arbeitsminister Hubertus Heil will den Zugang zur Grundsicherung über die Corona-Krise hinaus erleichtern. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn
Arbeitsminister Hubertus Heil will den Zugang zur Grundsicherung über die Corona-Krise hinaus erleichtern. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorgeschlagene Reform des Hartz-IV-Systems wird von der Fraktion von CDU und CSU im Bundestag abgelehnt.

«Sollte es die Situation erfordern, dass die Corona-bedingten Sonderregelungen verlängert werden müssen, sind wir als Union gesprächsbereit», sagte der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Peter Weiss, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Wir stehen aber weiterhin zu dem Grundsatz «Fördern und Fordern» und lehnen auch eine Entfristung dieser Sonderregelungen ab.»

Auch die FDP im Bundestag lehnte den Vorschlag ab. «Der Verzicht auf Sanktionen und die Erhöhung der Leistungen sind die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens durch die Hintertür», sagte der sozialpolitische Sprecher der Fraktion, Pascal Kober.

Ein am Samstag bekannt gewordener Gesetzentwurf des SPD-Ministers Heil sieht vor, dass es den erleichterten Zugang zur Grundsicherung in der Corona-Krise dauerhaft geben soll. Ausgesetzt ist in der Krise eine Prüfung der Jobcenter zu Wohnung und Vermögen - nämlich wie gross die Wohnung der Betroffenen ist und ob diese Ersparnisse bis zu 60.000 Euro haben. Dem Entwurf zufolge soll nun während einer Karenzzeit von zwei Jahren Vermögen bis zu der genannten Summe geschützt und Mietkosten nicht auf ihre Angemessenheit geprüft werden - sprich: Man soll Hartz IV bekommen können auch wenn man eine grössere Wohnung und 60.000 Euro hat und soll nicht fürchten müssen, dass davon etwas angerechnet wird.

Weiss betonte: «Eine schleichende Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ist mit uns nicht möglich. Denn dadurch wird Arbeit abgewertet und die Vermittlung in Arbeit weitgehend unattraktiver.» Das Modell eines bedingungslosen Grundeinkommens sieht vor, dass jeder Bürger eine staatliche Unterstützung bekommt. Dies ist im Heil-Entwurf nicht vorgesehen. Weiss kritisierte mit seinen Äusserungen Heils Pläne also aber als so weitgehende Abkehr des bisherigen Systems der Grundsicherung, dass dies in Richtung eines solchen Grundeinkommens gehen würde.

Kommentare

Weiterlesen

a
48 Interaktionen
Im Südlibanon
Ueli Schmezer
16 Interaktionen
Ueli Schmezer

MEHR IN NEWS

Cape Canaveral
1 Interaktionen
Birwinken
1 Interaktionen
Wien
a
10 Interaktionen
«Drill, Baby, Drill»

MEHR BUNDESTAG

bundestag
39 Interaktionen
Massnahmen
Friedrich Merz Bundestag
26 Interaktionen
Rede
Deutsche Bundestag
16 Interaktionen
Berlin
asyl
Verschärft

MEHR AUS DEUTSCHLAND

a
Wegen Timmy
rené casselly
1 Interaktionen
Jubiläumsstaffel
Wal
26 Interaktionen
Wal-Drama
TAP
9 Interaktionen
Frankfurt/Main