Grossbritannien will wegen Sparmassnahmen seine Entwicklungshilfen dramatisch kürzen. Das könnte schwerwiegende Folgen haben.
Boris Johnson
Der britische Premierminister Boris Johnson. - POOL/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Grossbritannien will sparen und deshalb weniger Entwicklungshilfen zahlen.
  • Die UN warnen nun, dass dadurch hunderttausende Menschenleben in Gefahr sind.

Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen UNFPA hat vor drastischen Konsequenzen der Kürzungen bei der britischen Entwicklungshilfe gewarnt. London habe angekündigt, seine bereits zugesagten Beiträge um 85 Prozent zu verringern. Dies teilte die UNFPA in dieser Woche mit.

Statt 154 Millionen Pfund werden in diesem Jahr demzufolge nur noch 23 Millionen Pfund aus dem Vereinigten Königreich erwartet. Wie die UN-Organisation für Familienplanung vorrechnet, hätte mit dem nun fehlenden Geld dazu beigetragen werden können, 250'000 Todesfälle bei Müttern und Kindern, 14,6 Millionen ungewollte Schwangerschaften und 4,3 Millionen unsichere Abtreibungen zu verhindern. «Die Wahrheit ist, dass Frauen und Mädchen leiden, wenn die Finanzierung aufhört (...)», hiess es in der Mitteilung der UN-Entwicklungshelfer.

Die britische Regierung hatte im vergangenen Jahr angekündigt, wegen Sparmassnahmen rund vier Milliarden Pfund (5,08 Milliarden Franken) an Mitteln für die Entwicklungshilfe zu streichen. Welche Bereiche genau davon betroffen sind, teilte die Regierung noch nicht mit. Laut Medienberichten soll auch bei Programmen für sauberes Trinkwasser und Hygiene gekürzt werden.

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