Ukraine Krieg: Russischer Oligarch stellt sich gegen Invasion

    Nicola Aerschmann
    Nicola Aerschmann

    Russland,

    Der russische Oligarch Oleg Deripaska sorgt mit Äusserungen zum Ukraine-Krieg für Aufsehen. Der Kreml mache einen «kolossalen Fehler», so der Unternehmer.

    Oleg Deripaska Ukraine Krieg
    Der Oligarch Oleg Deripaska aus Russland gilt als enger Vertrauter von Wladimir Putin. - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Russe Oleg Deripaska hat sich kritisch über den Kreml geäussert.
    • Die Zerstörung der Ukraine sei ein grosser Fehler, so der Oligarch.
    • Zudem träfen die Sanktionen Russland schwerer, als dies Präsident Putin zugibt.

    Dass sich russische Oligarchen öffentlich gegen den Kreml stellen, kommt selten vor. In der Regel halten sie sich aus der Politik raus, dafür erhalten sie von Wladimir Putin weitgehende wirtschaftliche Freiheiten. Umso bemerkenswerter sind die neusten Aussagen von Unternehmer Oleg Deripaska zum Ukraine-Krieg.

    Wie mehrere Medien berichten, fand der 54-Jährige auf einer Pressekonferenz in Moskau deutliche Worte. Deripaska sagt: «Ist es in Russlands Interesse, die Ukraine zu zerstören? Natürlich nicht, das wäre ein kolossaler Fehler.»

    Zu erwähnen ist auch die Wortwahl des reichen Russen. So braucht der Oligarch nicht den Begriff der militärischen Spezialoperation. Er spricht offen von einem Krieg, obwohl dieses Wort im Zusammenhang mit der Invasion in die Ukraine verboten ist.

    Doch nicht nur vom militärischen Vorgehen Moskaus hält Oleg Deripaska wenig. Auch die Reaktion auf die westlichen Sanktionen kritisiert er. Massnahmen zu deren Abmilderung würden fehlen, so der Oligarch. Russland habe diesbezüglich «120 Tage nach Beginn des Konflikts immer noch keine notwendigen Entscheidungen getroffen.»

    Oligarch glaubt trotz Ukraine-Krieg nicht an Systemwechsel

    Präsident Putin betont immer wieder, dass die Sanktionen für den Westen selbst schmerzhafter sind als für Russland. Dem widerspricht Deripaska an der Pressekonferenz ebenfalls.

    Trotz der Missstände, die laut dem Unternehmer in Russland herrschen: Deripaska glaubt nicht, dass das System Putin am Ende ist. «Es gibt kein Potenzial für einen Systemwechsel. Die Opposition hat sich aus dem Leben des Landes zurückgezogen», sagt er.

    Wladimir Putin Ukraine-Krieg
    Wladimir Putin lässt in Russland keine Kritik am Ukraine-Krieg zu. - dpa

    Denn im Zuge der «militärischen Spezialoperation in der Ukraine» hat die russische Regierung die Repression erneut hochgefahren. So wurde ein Gesetz eingeführt, wonach Kritik an der Invasion zu einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren führen kann.

    Glauben Sie, dass in Russland ein Systemwechsel bevorsteht?

    Oleg Deripaska ist der Gründer des russischen Aluminiumkonzerns Rusal. Der Oligarch ist selbst von den im Ukraine-Krieg verhängten Sanktionen betroffen. Sein Vermögen ist laut «Forbes» von 2021 bis 2022 von 3,8 Milliarden auf 1,7 Milliarden Dollar gesunken.

    Weiterlesen

    Ukraine Krieg
    60 Interaktionen
    Kreml meldet
    oligarchen
    58 Interaktionen
    «Nervige Kuh»
    Ilja Jaschin
    13 Interaktionen
    15 Tage Haft
    Weiterbildung
    In der Weiterbildung

    MEHR IN NEWS

    Kaffee
    Bahnhofstrasse
    Peking/Washington
    Einsiedeln SZ
    Einsiedeln SZ
    Parkplatz Olten
    Parkplatz-Ärger

    MEHR UKRAINE KRIEG

    russland ukraine
    11 Interaktionen
    Wegen Oligarchen
    Robert Fico slowakischer Ministerpräsident
    74 Interaktionen
    Bratislava
    Trump
    84 Interaktionen
    Ukraine-Krieg
    Russland Aussenminister Sergej Lawrow
    68 Interaktionen
    Ukraine-Krieg

    MEHR AUS RUSSLAND

    Gerhard Schröder
    32 Interaktionen
    Altkanzler
    nestlé zwangsverwaltung
    48 Interaktionen
    Putin
    47 Interaktionen
    Moskau
    84 Interaktionen
    Moskau/Vevey