Das russische Staatsfernsehen versucht, den Westen im Ukraine-Krieg einzuschüchtern und zeigt auf, wie ein atomarer Angriff auf Europa aussehen würde.
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Der russische Sender simulierte den Einsatz von Atomwaffen. - Screenshot/60 Minutes

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein russischer Sender macht Kriegspropaganda für Wladimir Putin.
  • Er simuliert ein Szenario, in dem Russland Europa mit Atomwaffen angreift.

Das russische Staatsfernsehen hat simuliert, wie ein Atomschlag auf drei europäische Hauptstädte aussehen würde: Berlin, Paris und London. Der Sender erklärte, es gebe «keine Überlebenden». Damit reagierte er auf Aussagen des britischen Verteidigungsministers, wonach er ukrainische Angriffe auf russische Infrastrukturen unterstützt.

Der Vorsitzende der russischen Rodina-Partei Aleksey Zhuravlyov sagte in der Sendung «60 Minutes» : «Eine Sarmat-Rakete, und das war es. Die britischen Raketen sind weg.»

Die Moderatorin Olga Skabejewa erwidert, dass man hier eine seriöse Diskussion führen wolle. Zhuravlyov: «Es ist mein voller Ernst. Sie bezichtigen uns des Staatsterorrismus.»

Haben Sie Angst vor einem Atomkrieg?

Ein anderer Teilnehmer der Diskussion entgegnet zum Ukraine-Krieg: «Die Briten haben ebenfalls Atomwaffen. Du verstehst schon, dass niemand auf diesem Planeten diesen Krieg überleben würde?» «Dann fangen wir noch einmal von vorn an», antwortet Zhuravlyov zynisch.

Ukraine-Krieg: Atomrakete würde London in 202 Sekunden erreichen

Wenig später in der Diskussion führt die Moderatorin aus, wie lange es dauert, bis eine Atombombe ihr jeweiliges Ziel erreicht. «Von Kaliningrad bis Berlin sind es 106 Sekunden.»

Bis nach Paris wären es 200 Sekunden. «Du willst nach London? 202 Sekunden.»

Mit Hinblick auf die europäischen Staaten meint Zhuravlyov: «Sie müssen dieses Bild sehen!» Es wird eine Animation gezeigt, die darstellt, über welche Route und innerhalb welcher Zeit die Atomraketen ihr Ziel erreichen.

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Kommt es im Ukraine-Krieg zum Einsatz von Atomwaffen? - Screenshot/60 Minutes

Die alarmierenden Äusserungen wurden in jener Sendung gemacht, die zu den meistgesehenen TV-Programmen Russlands gehört. Wie die «Daily Mail» berichtet, wird die Sendung seit September 2016 vom Ehepaar Olga Skabejewa und Jewgeni Popow moderiert.

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