Drama im Ukraine-Krieg: Gemäss dem tschetschenischen Anführer Ramsan Kadyrow wird der ukrainische Widerstand im Mariupol-Stahlwerk bis Mittag gebrochen sein.
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Mariupol soll dem tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow übergeben werden. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • «Putins Bluthund» kündigt die Einnahme des Stahlwerks Asowstal bis am Nachmittag an.
  • Das sei die letzte Chance für die verbliebenen Ukrainer, sich zu ergeben.
  • Im Stahlwerk verschanzen sich die letzten Streitkräfte des zerbombten Mariupols.

Das Stahlwerk Asowstal in der schwer umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol soll noch am Donnerstag an russische Einheiten fallen. «Heute vor oder nach dem Mittagessen wird Asowstal vollständig unter Kontrolle der russischen Streitkräfte sein.» Das behauptete Ramsan Kadyrow, «Putins Bluthund», dessen Einheiten im Ukraine-Krieg kämpfen, in der Nacht zum Donnerstag auf Telegram.

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Rauch über dem Asowstal-Stahlwerk in Mariupol.
Russian airstrike on Azovstal plant in Mariupol
Ein von den russischen Streitkräften veröffentlichtes Bild zeigt den Einschlag einer Bombe in das Stahlwerk Asowstal am Morgen des 20. Aprils.
Mariupol Ukraine Krieg
Mariupol nahe der russischen Grenze liegt wegen des Ukraine-Kriegs in Trümmern.
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Nicht nur in Butscha soll es massive Kriegsverbrechen gegeben haben, sondern auch in der Hafenstadt Mariupol. Bei Telegram zitierte die Stadtverwaltung den Bürgermeister Wadym Bojtschenko: «
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Mariupol ist fast vollständig an die Russen gefallen. Eine zerrissene ukrainische Flagge liegt am 18. April verlassen auf einer Hauptverkehrsader.

Kadyrow sagte weiter, die in dem Stahlwerk verbliebenen ukrainischen Kämpfer hätten am Morgen noch die Möglichkeit, sich zu ergeben. Täten sie dies, sei er sicher, dass die russische Führung «die richtige Entscheidung» treffen werde.

Stahlwerk-Soldaten Ukraine-Krieg umzingelt

Russischen Angaben zufolge befinden sich noch rund 2500 ukrainische Kämpfer und ausländische Söldner in dem Stahlwerk. Ukrainischen Mitteilungen zufolge sollen dort auch rund 1000 Zivilisten vor dem Ukraine-Krieg Schutz gesucht haben.

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Am Mittwochmorgen hatte der Kommandeur der verbliebenen Marineinfanteristen um eine Evakuierung seiner Kämpfer in einen Drittstaat gebeten. Über 500 Verletzte sollen sich ebenfalls im Stahlwerk befinden.

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In einem emotionalen Video flehte der Kommandant der ukrainischen Soldaten im Stahlwerk um eine Evakuierung seiner Soldaten und der Zivilisten im Ukraine-Krieg. - Screenshot

Daraufhin erklärten zwei Vertreter der ukrainischen Delegation, Verhandlungen über die Evakuierung der Kämpfer mit Russland führen zu wollen. Sie wollten dafür nach Mariupol zum Stahlwerk reisen. Russland liess das Angebot bisher unbeantwortet.

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