Ukraine Krieg: Kiewer Tango-Tänzer trotzen dem Krieg
Um sie herum tobt der Ukraine-Krieg. Dennoch schwingen die Kiewer Tango-Tänzer das Tanzbein – für das Gefühl von Freiheit.
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Das Wichtigste in Kürze
- Vor der russischen Invasion kamen die Kiewer Tango-Tänzer regelmässig zum Tanzen zusammen.
- Doch auch jetzt wird noch getanzt, trotz Ukraine-Krieg.
- Beim Tanzen bringen die Menschen ihre Emotionen zum Ausdruck – und ihren Widerstand.
Der Ukraine-Krieg dauert an – und fast täglich erreichen neue Schreckensmeldungen die Welt. Ein Ende des Kriegs ist nicht in Sicht. Aber nur zu Hause zu sitzen und auf die nächsten schockierenden Nachrichten zu warten, kommt für viele nicht in Frage.
Ein auf Facebook veröffentlichtes Video zeigt, wie sich Menschen in Kiew zum Tanzen treffen – mitten im Krieg. Ihren Widerstand wollen die Tanzenden durch ihren Tango zum Ausdruck bringen. Denn das normale Leben muss irgendwie weitergehen.
Im Ukraine-Krieg: «Glücklich, alle lebendig zu sehen»
«Wir hatten es nicht geplant, zu tanzen», sagt Valentina Belyaeva gegenüber «The Guardian». «Es ist einfach passiert.» Die sich in der Nähe aufhaltenden Soldaten seien zwar zunächst etwas misstrauisch gewesen. Doch sie hätten dem Tango keinen Einhalt geboten.
Belyaeva ist Teil der Kiewer lateinamerikanischen Tanz-Szene. Diese ist für eine Drei-Millionen-Einwohner-Stadt relativ gross. «Wir waren einfach so glücklich, alle lebendig und gesund zu sehen», erklärt die Tänzerin.

Mit ihrem Tango trotzen die Kiewer der scheinbar trostlosen Atmosphäre im Krieg. Dabei tanzen sie jedoch nicht den traditionellen Tango, sondern Milonga: eine Tanzform, die schneller, entspannter und geselliger ist. Dabei werden die Tanzpartner nach jeder Drehung gewechselt und enger umarmt.
Das Leben geniessen, um Freiheit zu schützen
Auch Sergio Omelyanenko ist begeisterter Tango-Tänzer. Er schätzt daran besonders, dass man beim Tanzen seine Emotionen ausdrücken kann. «Man teilt, was man fühlt. Hunger, Schmerz, Leid, all das findet man im Tango», erklärt er gegenüber der Zeitung.
Er fügt hinzu: «Die Ukrainer wissen, dass Freiheit das wichtigste Gefühl ist. Zu bleiben, zu tanzen, das Leben zu geniessen, bedeutet, dieses zu schützen.»
Vor dem Ukraine-Krieg fanden in einem Tanzsaal am Flussufer regelmässig Tanz-Anlässe statt. «Im Sommer sind wir hier draussen und tanzen bis fünf Uhr morgens. Es ist ein schöner Ort», erinnert sich Belyaeva.
















