Die Gräueltaten, die Russland im Ukraine-Krieg begeht, schaden dem Image des Kremls offenbar fast nur im Westen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.
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Russland wird unter Wladimir Putin trotz Ukraine-Krieg fast nur von westlichen Demokratien negativ wahrgenommen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland greift im Ukraine-Krieg teilweise auf besonders brutale Strategien zurück.
  • So wurden immer wieder Zivilisten gefoltert. Zudem werden wohl illegale Waffen eingesetzt.
  • An Beliebtheit verliert die Nation aber trotzdem fast nur in westlichen Demokratien.

Die Berichte über Gräueltaten im Ukraine-Krieg reissen nicht ab: Immer wieder gibt es Meldungen über getötete, gefolterte oder vergewaltigte Zivilisten. Besonders das Massaker in Butscha, wo nach dem Abzug russischer Streitkräfte Hunderte Leichen entdeckt wurden, sorgte für Entsetzen.

Und offenbar scheut Russland auch nicht davor zurück, besonders brutale – eigentlich illegale – Waffen einzusetzen. Kürzlich sind Aufnahmen von sogenannten «Höllensonnen» (Vakuumbomben) im Donbass aufgetaucht.

Doch am Image des Kremls nagt das beinahe nur in westlichen Demokratien. Das zeigt die jährliche weltweite Umfrage zur Einstellung von Demokratie der «Alliance of Democracies», die in 52 Ländern durchgeführt wird.

Polen nehmen Kreml wegen Ukraine-Krieg besonders negativ wahr

Am unbeliebtesten hat sich Wladimir Putin mit dem Ukraine-Krieg in Polen gemacht: 87 Prozent der Befragten gaben an, Russland negativ wahrzunehmen. In der Ukraine waren es 80 Prozent, in Portugal 79, in Schweden 77, in Italien und in Grossbritannien je 65. Deutschland und die USA folgen mit 62 Prozent.

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Eine Frau trägt das Bild eines in Butscha getöteten Zivilisten auf sich. In Butscha haben russische Truppen ein besonders grauenhaftes Blutbad hinterlassen.
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Ein zerstörter russischer Panzer in Butscha. Wladimir Putin wird vorgeworfen, auch verbotene Waffen im Ukraine-Krieg einzusetzen.
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Trotz der bekannten Gräueltaten wird Russland fast nur in westlichen Demokratien negativ wahrgenommen. Abgebildet: Eine Demonstrantin in Berlin.
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In der Schweiz wird Russland von 60 Prozent der Befragten negativ wahrgenommen. Abgebildet: Demonstranten in Genf.
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Positive Bewertungen kommen aus China, Indonesien, Ägypten, Vietnam, Algerien, Marokko, Malaysia, Pakistan und Saudi-Arabien. Abgebildet: Wladimir Putin mit Xi Jinping.

In der Schweiz wird Russland von 60 Prozent der Befragten negativ wahrgenommen. Nur 13 Prozent haben ein positives Bild des Landes. Sogar in Ungarn und Venezuela, Länder mit Kreml-Verbindungen, wird Russland von 36 beziehungsweise 32 Prozent der Befragten negativ wahrgenommen.

Positive Bewertungen kommen hingegen aus China, Indonesien, Ägypten, Vietnam, Algerien, Marokko, Malaysia, Pakistan und Saudi-Arabien.

In Europa waren 55 Prozent der Befragten dafür, alle wirtschaftlichen Verbindungen zu Russland abzubrechen. In Asien waren die meisten dagegen, in Südamerika rund die Hälfte. 31 der befragten Länder wollen die Handelsbeziehungen kappen – 20 davon sind in Europa.

18 Prozent der Schweizer finden, Westen hätte Ukraine weniger helfen sollen

Dennoch: Solidarität für die Ukraine zeichnet sich auch in Ländern ab, die Russland weiterhin eher positiv wahrnehmen. In Lateinamerika gaben 62 Prozent der Befragten an, die Nato habe zu wenig unternommen, um Kiew zu helfen.

Mit 46 Prozent finden fast die Hälfte der Befragten, dass EU, USA und Nato zu wenig für die Ukraine tun. Weltweit sagten nur 11 Prozent, dass sie dem Land im Ukraine-Krieg zu viel Unterstützung bieten.

In der Schweiz finden 35 Prozent, es werde zu wenig unternommen, 47 Prozent sind mit den Bemühungen zufrieden.

18 Prozent der befragten Schweizer sind der Meinung, EU, USA und Nato hätten der Ukraine zu viel Hilfe geboten. Interessant: Dieser Wert ist gleich hoch wie in Ungarn, einem Land, das von Putin-Unterstützer Viktor Orban regiert wird.

Wie nehmen sie die Hilfe für die Ukraine der EU, USA und Nato wahr?

Auch im Nachbarland Österreich glauben 18 Prozent, es sei zu viel gemacht worden. In Deutschland und Frankreich sind es 14 Prozent, in Italien 13.

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