Ukraine Krieg

    Ukraine-Krieg: Charkiw-Bewohner pflanzen Blumen trotz Beschuss

    Simon Binz
    Simon Binz

    Ukraine,

    In Charkiw fand diese Woche der Frühjahrsputz statt. Trotz ständigem Beschuss durch die Russen im Ukraine-Krieg wurden Blumen gepflanzt und Strassen gekehrt.

    Ukraine Krieg
    Das Kampfgeschehen hat sich dort in den letzten Monaten intensiviert. - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die ukrainische Stadt Charkiw steht seit Beginn des Krieges unter Dauerbeschuss.
    • Diese Woche trafen sich Stadtangestellte und Helfer trotzdem zum jährlichen Frühjahrsputz.
    • Sie pflanzten frische Blumen, Sträucher und kehrten die Strassen.

    Mitten im Ukraine-Krieg sorgen die tapferen Bewohner der Stadt Charkiw für ein wenig Normalität. Trotz ständiger Angriffe der Russen auf die Metropole haben sich viele Menschen zu einem jährlichen Ritual getroffen: Dem Frühjahrsputz.

    Mitarbeiter der Stadtverwaltung pflanzten diese Woche gemeinsam mit freiwilligen Helfern Blumen und Sträucher. Unweit der im März von Marschflugkörpern zerstörten Universität wurden etwa Hibiskus-Sträucher, Stiefmütterchen und Primeln eingesetzt. Bilder zeigen Helfer, die im Zentrum der Stadt die Beeten verschönern.

    Gegenüber der «Bild» erklärte eine Mitarbeiterin des Bauamts, warum sie trotz ständigen Beschusses mit ihrer Truppe losgezogen war. «Ich habe keine Angst. Ich habe nur Angst um die Kinder, aber nicht um mich», so Arina Alexandrovna (61).

    Wie in dem Bericht steht, trugen Arina und die Helfer keine schusssicheren Westen. «Nur die städtischen Jacken und Handschuhe.» Wie sie weiter sagte, wolle sie mit den Blumen den Bewohnern eine kleine Freude bereiten. «Unser Charkiw wird allem standhalten, ich bin mir sicher, und dann blüht die Stadt wieder auf.»

    Ukraine-Krieg: Freiwillige beseitigen Auswirkungen des Bombenangriffs

    Eine der Helferinnen von Arina ist Oksana Valeryevna (59). Sie arbeitete vor dem Ukraine-Krieg am Berufungsgericht der Stadt. Dieses wurde jedoch bombardiert. Jetzt fegt sie mit dem Besen die Strassen im Park, die übersät sind von Einschusslöchern.

    Auch sie hat keine Angst vor den Angriffen. Diese sei wenige Tage nach dem Beginn verflogen. «Ich will jetzt einfach nur helfen, etwas tun.» In den Sozialen Medien hat Oksana die Gruppe «Let’s restore Kharkiv» zu Deutsch «Lasst uns Charkiw wieder aufbauen» gegründet.

    Macht Ihnen der Ukraine-Krieg Angst?

    Dort können sich freiwillige für humanitäre Arbeiten melden. Zudem hilft die Gruppe auch beim Aufräumen in Charkiw. «Seit mehr als zwei Wochen beseitigen wir die Auswirkungen des Bombenangriffs. Wenn die Menschen nach Charkiw zurückkehren, soll die Stadt schliesslich sauber und grün sein.»

    Eigentlich hätte Oksana sogar im Ukraine-Krieg kämpfen wollen, doch ihr wurde keine Waffe gegeben. «Ich hätte meine Stadt gerne mit einem Maschinengewehr verteidigt», wird die 59-Jährige zitiert und fügte an: «Ich will irgendwie nützlich sein. Also habe ich hier meine eigene Front, am Besen.»

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