Viele Länder haben bereits Sanktionen gegen Russland verhängt. Doch diese gehen für Ökonomen zu wenig weit. Sie fordern den Ausschluss vom Bankensystem Swift.
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Was plant Putin am 9.Mai? - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ökonomen wollen Russland aus dem Bankensystem Swift ausschliessen.
  • Hintergrund für diese Sanktion ist der Invasionskrieg gegen die Ukraine.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges plädieren Ökonomen dafür, Russland vom Banken-Informationssystem Swift abzuschneiden. «Wir müssen handeln, um glaubwürdig zu bleiben», sagte Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag) laut Vorabmeldung.

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Irène Kälin und weitere Parlamentarier planen eine Reise in die Ukraine. - Keystone

Das Argument für einen Aufschub überzeuge nicht. «Auf welche weitere Eskalationsstufe will man denn noch warten?» Ein Ausschluss Russlands vom Swift-System sei zwar angesichts dann drohender Engpässe und Preissteigerungen bei Öl und Gas einschneidend. «Aber das Szenario wurde vorbereitet und ist handhabbar», wurde die Ökonomin zitiert.

Ökonomische Folgen drohen

Ähnlich äusserte sich der Direktor des arbeitgebernahen Institutes der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther. «Stoppt man Swift, bricht alles zusammen – das konnte man im Iran beobachten. Anders ist Putin aber womöglich nicht zu bremsen», sagte Hüther der Funke Mediengruppe.

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Kunden vor einer russischen Bankfiliale in Moskau. (Archivbild) - Keystone

«Die Sanktionen müssen bis zur äussersten Schärfe gezogen werden.» Das habe Folgen für den Westen. So würde die Inflation kurzfristig hoch sein.

«Die ökonomischen Folgen sind in Kauf zu nehmen – das muss auch die Wirtschaft akzeptieren», sagte Hüther. Putin müsse wirksam sanktioniert werden. Swift ist ein System zum Datenabgleich zwischen Banken bei internationalen Zahlungen.

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