Die türkische Notenbank senkt den Leitzins erneut. Das Land leidet unter einer Inflation, momentan liegt sie bei rund 20 Prozent.
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Sahap Kavcioglu ist seit diesem Jahr im Amt. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die türkische Notenbank senkt den Leitzins von 16 auf15 Prozent.
  • Dies, obwohl die Inflationsrate knapp 20 Prozent beträgt.
  • Präsident Erdogan spricht sich trotz hoher Inflation für Leitzinssenkungen aus.

Trotz hoher Inflation hat die türkische Notenbank den Leitzins erneut gesenkt. Sie kam damit einer Forderung von Präsident Recep Tayyip Erdogan nach niedrigeren Zinsen nach. Die Notenbank in Ankara teilte am Donnerstag mit, den Leitzins von 16 Prozent auf 15 Prozent zu reduzieren.

Das dürfte erneut zu erheblichem Druck auf die Lira führen. Zuletzt verzeichnete sie zu Dollar und Euro immer wieder Rekordtiefs. Der Leitzins liegt nun noch deutlicher unter der Inflationsrate von offiziell knapp 20 Prozent.

Erdogan outet sich als Zins-Gegner

Erdogan ist ein erklärter Gegner hoher Zinsen. Entgegen der gängigen Lehre der Meinung, dass hohe Zinsen Inflation verursachen, statt sie zu bekämpfen. Erst am Mittwoch hatte er von einer «Zins-Plage» gesprochen und sich deutlich für niedrige Zinsen ausgesprochen. Kritiker werteten das als Versuch, weiter Druck auf die Notenbank auszuüben, auch wenn Erdogan betonte, dass diese unabhängig sei.

Notenbankchefs auf dem Schleudersitz

Erdogan hatte zuletzt gleich drei Notenbanker entlassen, mit deren Geldpolitik er nicht einverstanden war. Der aktuelle Notenbankchef Sahap Kavcioglu ist seit März im Amt, nachdem Vorgänger Naci Agbal wegen Zinserhöhungen entlassen wurde. Kavcioglu ist mittlerweile der vierte Notenbankchef seit 2019.

Alle seine Vorgänger waren letztlich in Ungnade gefallen. Und zwar, weil sie den von Erdogan präferierten Kurs einer lockeren Geldpolitik nicht mitgetragen haben.

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