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    Tod nach Po-Vergrösserung: Arzt zu Gefängnishaft verurteilt

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    Deutschland,

    Der Wunsch nach einem grösseren Po treibt Frauen weltweit in die Hände von Schönheitschirurgen. In Düsseldorf bezahlten zwei von ihnen mit ihrem Leben. Ihr Operateur ist dafür nun verurteilt worden.

    Die Gesässchirurgie ist ein Wachstumsmarkt. Foto: Oliver Berg/dpa
    Die Gesässchirurgie ist ein Wachstumsmarkt. Foto: Oliver Berg/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Für den Tod zweier Frauen nach Po-Vergrösserungen hat das Düsseldorfer Landgericht drei Jahre und vier Monate Haft gegen den Operateur verhängt.

    Das Gericht verurteilte den Arzt wegen Körperverletzung mit Todesfolge in zwei Fällen sowie wegen Titelmissbrauchs. Zusätzlich verhängte das Gericht vier Jahre Berufsverbot und ordnete die Einziehung der OP-Honorare in Höhe von 26.000 Euro an.

    Die Patientinnen müssten über die Risiken solcher Operationen «schonungslos aufgeklärt» werden, sagte Richter Rainer Drees. Eine solche Aufklärung habe aber nach Überzeugung des Gerichts nicht stattgefunden. «Wir schliessen aus, dass die Patientinnen sich dem Risiko ausgesetzt hätten, wenn sie die Alternative von zwei Operationen gekannt hätten», so der Richter.

    Zwei von ihnen, 20 und 42 Jahre alt, starben 2018 und 2019 jeweils kurz nach dem Eingriff. Der Operateur habe den Frauen jeweils weit mehr als die empfohlene Menge Flüssigkeit und Körperfett entnommen und das Fett wieder eingespritzt. Damit sei das Risiko von Komplikationen enorm erhöht gewesen, im Vergleich zur Alternative, die Po-Vergrösserung auf zwei schonendere Operationen zu verteilen.

    Die Verteidiger des Arztes hatten einen Freispruch gefordert. Sie kündigten umgehend Revision an. Der Staatsanwalt hatte vier Jahre und neun Monate Haft beantragt.

    Der Mediziner hatte bis zum Schluss seine Unschuld beteuert: Er habe bei den beiden Patientinnen nur gemacht, was er bei vielen anderen auch gemacht habe.

    Auch den Vorwurf des Titelmissbrauchs sah das Gericht als erwiesen an: Der Mediziner habe seinen Doktortitel ohne den notwendigen Landeszusatz «(ir)» für Iran verwendet, obwohl er ihn dort erworben hatte.

    Der Wunsch nach einem üppigen Hinterteil lässt bei Schönheitschirurgen in aller Welt die Kassen klingeln. Besonders populär ist der sogenannte «Brazilian Butt Lift». Bei dieser Methode wird körpereigenes Fett etwa von Bauch oder Oberschenkeln abgesaugt und ins Gesäss gespritzt.

    Die Methode wird von vielen plastischen Chirurgen wegen ihres Risikos aber als kritisch gesehen. Die Sterberate wird auf 1:3000 beziffert: Gelangen die winzigen Fettbrocken in die Blutbahn, droht eine tödliche Embolie.

    Die Internationale Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie hatte Ende vergangenen Jahres berichtet, dass die Gesässchirurgie bei allen chirurgischen Eingriffen weltweit das höchste Wachstum aufwies: Die Zahl der Gesässvergrösserungen nahm 2019 um 38,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

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