Timmys Wassertaxi fährt los!

    Vier Wochen Stillstand vor Poel: Heute soll Buckelwal Timmy auf einen Lastkahn verladen und Richtung Nordsee gebracht werden. Doch der Plan ist heikel.

    Rettung Wal
    Am Dienstag soll ein neuer Rettungsversuch für Wal Timmy gestartet werden. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Heute soll Buckelwal Timmy nach vier Wochen vor Poel Richtung Nordsee gebracht werden.
    • Eine private Initiative will den Wal mit einem Gurt vorwärts in einen Lastkahn lotsen.
    • Wissenschaftler warnen vor enormem Stress – zumindest das Wetter spielt mit.

    Vier Wochen liegt Buckelwal Timmy bereits in einem flachen Seitenarm der Wismarbucht. Heute soll seine Reise Richtung Nordsee endlich beginnen.

    Schafft Timmy den Weg in die Nordsee?

    Eine private Initiative will den zwölf Tonnen schweren Meeressäuger lebend auf einen Lastkahn verladen. Doch der Plan ist riskant, das Wetter immerhin günstig.

    Im Nau.ch-Ticker informieren wir laufend über die neusten Entwicklungen.

    Schlepper übernimmt Wassertaxi

    21.05: Ein Schlepper hat die Barge mit dem an der Ostseeküste gestrandeten Buckelwal übernommen. Auf Livestreams war zu sehen, wie der mit Wasser gefüllte Lastkahn, mit dem der Wal in die Nordsee gebracht werden soll, von kleineren Booten aus der Kirchsee der Insel Poel heraus in die Wismarbucht zu dem Schlepper «Robin Hood» gebracht und von diesem auf den Haken genommen wurde.

    20.05: Timmy fährt mit seinem Wassertaxi los!

    19.50: Timmy soll in den nächsten Stunden per Lastkahn Richtung Nordsee transportiert werden. Aktuell wird Wasser in die Barge gepumpt, um den Pegel auf 1,60 bis 1,75 Meter zu erhöhen. Danach wird sie hinausgeschoben und an einen Schlepper übergeben. Momentan ziehen sechs Boote an der Barge.

    Timmy wird in Barge geduscht

    17.35: Bilder zeigen, wie Timmy in der Barge schwimmt. Auch hier kümmert man sich weiter fleissig um den Wal. Helfer halten ihn mit regelmässigen Wassersprühnebeln feucht.

    timmy
    Aufnahmen zeigen, wie Timmy in seinem Reisebett geduscht wird. - keystone

    Wie geht es weiter?

    17.10: Chef-Taucher Fred Babbel erklärt gegenüber «Bild», wie Timmys Reise nun weitergeht: «Wir sind jetzt gerade noch beim Auspumpen. Wir werden immer 1,60 Meter Wassertiefe für den Wal haben. Wir wollen heute Abend die Barge in Richtung Wismar bewegen.» Die Fortuna werde sie schleppen, sie habe die notwendige Zugkraft. Die Robin Hood allein wäre zu klein, sie sei jedoch als Beischiff dabei.

    babbel
    Tauchunternehmer Fred Babbel wischt sich die Tränen aus den Augen nachdem der gestrandete Buckelwal vor der Insel Poel mit Gurten in den Lastkahn gezogen wurde. - keystone

    15.37: Schon bald soll Timmys Reise beginnen, erklärt der Umweltminister Till Backhaus: «Heute Abend, wenn die See ruhiger wird, wird er seine Reise antreten in Richtung Nordsee und kommt dann in seine heimatlichen Gefilde zurück.»

    Laut Karin Walter-Momert, einer der beiden Finanziers der Rettungsaktion, wird die Barge zunächst wieder angehoben. Anschliessend wird ein Schlepper Timmy abholen.

    Backhaus: «Er fühlt sich in der Barge pudelwohl»

    15.30: Umweltminister Till Backhaus dankt allen Wal-Helfern: «Zuerst einmal mein Dank an alle, die an Hope (alternativer Name für Timmy) geglaubt haben, vor allem an Karin Walter-Mommert und Walter Gunz und alle anderen Helfer.»

    backhaus
    Umweltminister Till Backhaus. - keystone

    Zu Timmys Zustand in seinem schwimmenden Bett sagte Backhaus: «Er fühlt sich in der Barge pudelwohl, das habe ich genau gesehen.»

    Und der Minister weiter: «Die Idee mit der Barge war eine hervorragende Idee. Heute Morgen habe ich noch geglaubt: Ja, das wird was! Heute Mittag hatten wir dann zweimal Herzklopfen, ob wir ihn rauskriegen aus der Kuhle. Aber am Ende zählt eins: das Ergebnis.»

    Millionäre die Rettungsaktion finanzieren sind «sehr glücklich»

    15.03: Karin Walter-Mommert und Walter Gunz, die Millionäre, welche die Wal-Rettung finanzieren, zeigen sich glücklich über den Verlauf.

    Walter Gunz Wal Timmy
    Walter Gunz finanzierte die Wal-Rettung in der Ostsee mit. Er sagt nach dem Tod des Tieres: «Ich würde es dennoch wieder tun.» - keystone

    Gegenüber der «Bild» lassen sie verlauten, sie seien «erleichtert und sehr glücklich». Dass der Wal nun in die Barge geschwommen sei, sei «wunderbar» und zeige, «dass sich der Kampf gelohnt hat».

    Wichtiger Schritt für Rettung erreicht

    14.41: Der gestrandete Ostsee-Wal hat es aus eigener Kraft in sein rettendes Wassertaxi geschafft. Er hat die 110 Meter in die Barge schnell zurückgelegt, die ihn in die Freiheit bringen soll.

    Ein wichtiger Schritt zur Rettung des Meeressäugers ist somit getan.

    Wal «arbeitet gut mit»

    14.29: Nur noch 110 Meter trennen den gestrandeten Ostsee-Wal von der für seine Rettung so wichtigen Barge.

    In diese soll der Wal nun – unterstützt von den Helfenden – durch eine Fahrrinne schwimmen. Dann soll der Meeressäuger mit seinem «Wassertaxi» in die Freiheit chauffiert werden.

    Wal Poel
    Die Rettungsaktion um den gestrandeten Wal vor der Insel Poel in der deutschen Ostsee ist in vollem Gang. - keystone

    Noch ist nicht klar, ob die Rettungsaktion gelingt. Doch die Helfenden sind optimistisch. Zu «Bild» sagen sie der Wal «arbeitet gut mit und äussert sich lautstark.»

    Wal um 180 Grad gedreht

    13.21: Den Helfenden ist es gelungen, den gestrandeten Buckelwal um 180 Grad in die richtige Position zu drehen. Nun soll er in die Barge geführt werden, berichtet die «Bild».

    Wal Poel
    Der Wal wurde gedreht und kann nun in die Barge geführt werden, die ihn in die Freiheit bringen soll. - keystone

    Mit dieser soll der Wal den Weg aus der Ostsee in die Nordsee finden. Ob das jedoch gelingt, ist ungewiss.

    Rettung sorgt nicht nur für Beifall

    13.02: Gegenüber der «Bild Zeitung» äussert sich Meeresbiologe und Wal-Experte Fabian Ritter skeptisch zur Rettungsaktion.

    Wal Poel
    Mit diesen Gurten soll der Buckelwal in der Ostsee in die Freiheit gezogen werden. - keystone

    Dass mit Gurten am Wal gezogen werde, sei schwer mitanzusehen, so der Experte. Zudem sei ein No-Go – das Anheben der Schwanzflosse von Menschenhand – zu beobachten gewesen.

    Die Rettungsaktion fasst Ritter wie folgt zusammen: «Das sieht gruselig aus.»

    Wal-Rettung läuft nur schleppend

    12.49: Die Rettung des gestrandeten Buckelwals gestaltet sich schwierig.

    Laut der «Bild» soll es zu Problemen gekommen sein, weil der Wal nicht mithelfe. Aktuell wird mit Gurten versucht, den tonnenschweren Meeressäuger in die richtige Richtung zu ziehen.

    Wal
    Momentan versuchen Helfende, den Wal in die richtige Richtung zu drehen. - keystone

    Danach soll der Buckelwal in die Barke gezogen werden, die ihm den Weg in die Freiheit ebnen soll. Ob das jedoch gelingt, ist im Moment noch unklar.

    Bergung von Buckelwal möglichst bis zum Abend

    11.31: Der Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, gibt sich optimistisch. «Bis Sonnenuntergang sollte es möglichst gelungen sein, den Wal auf der Barge zu haben», sagte er in Kirchdorf.

    Till Backhaus
    Till Backhaus (l.) kümmert sich rührend um Wal Timmy. - keystone

    Auch Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der privaten Initiative, sagte: «Wir wollen heute fertig werden.»

    Mit Blick auf einen möglichen Erfolg meinte Backhaus: «Für mich wäre es mit eines meiner schönsten Erlebnisse in meinem Leben.»

    Tierärzte: Wal ist transportfähig – Bergung kann starten

    10.03: Die entscheidende Phase des Rettungsversuchs des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals kann beginnen.

    Die Tierärzte der privaten Initiative halten das Tier für transportfähig. Das sagte der Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus.

    Timmy
    Heute Dienstag soll Wal Timmy endgültig gerettet werden. - keystone

    Die Regierung des nordostdeutschen Bundeslandes gab zudem grünes Licht dafür, dass Gurte genutzt werden dürfen. Mit ihnen soll der rund zwölf Tonnen schwere Wal durch eine gebaggerte Rinne zum mit Wasser gefüllten Transportkahn geführt werden.

    Helfende beim Wal – Rettung startet bald

    08.08: Auf der Insel Poel kommt Bewegung in die Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal.

    Mehrere Helfende sind beim Wal angekommen, immer mehr Boote fahren zu ihm hinaus.

    Wal Poel
    Heute soll der gestrandete Buckelwal vor der Insel Poel in der deutschen Ostsee gerettet werden. - keystone

    Offenbar wird das Tier noch einmal begutachtet, ehe die Rettungsaktion startet. Das vermeldet die «Bild». Auch neue Tücher werden platziert. Diese schützen die angegriffene Haut des Wals.

    Derweil mahnt Umweltminister Till Backhaus: «Es kann alles passieren. Aber heute ist der Tag der Entscheidung.»

    Umweltminister hofft auf Hilfe von oben

    08.04: Für die Wal-Rettung ist auch Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, vor Ort.

    Gegenüber der «Bild Zeitung» sagt er am frühen Morgen: «Wir brauchen Glück.»

    Till Backhaus Wal Timmy
    Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, verteidigt nach dem Tod von Wal Timmy die wochenlangen Rettungsversuche: «Ich halte es für absolut menschlich, auch die geringste Chance zu nutzen, wenn es um ein Leben geht.» - keystone

    Er hoffe, dass «der liebe Herrgott oder wer auch immer daran beteiligt ist» ein Einsehen habe. Und dass dieses Problem jetzt gelöst werden könne.

    Denn die Rettung des Wals ist für den Minister eine Herzensangelegenheit: «Für mich wäre es eines meiner schönsten Erlebnisse in meinem Leben.»

    Wetter spielt mit

    06.00: Sollte der Transport tatsächlich starten, ist immerhin das Wetter auf Timmys Seite.

    Richtung Schleswig-Holstein werden für Dienstag laut Seewetteramt des DWD nur Winde bis Stärke 4 erwartet.

    Wal
    Das Wetter für die Wal-Rettungsmission ist gut. - keystone

    Der Mittwoch werde in der Region «total schwachwindig», sagte ein Meteorologe.

    Auch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie rechnet vor Poel vorerst mit keinen aussergewöhnlichen Pegelschwankungen.

    Heute soll der Tag der Rettung sein

    05.00: Wenn alles nach Plan läuft, tritt Timmy heute seine Reise Richtung Nordsee an.

    Lebend, samt Wasser an Bord eines Lastkahns, mit dem normalerweise Schiffe transportiert werden. Auf Livestreams im Internet war am Morgen zu sehen, dass der Wal kleine Fontänen ausstösst und atmet.

    Den Grosswal in die sogenannte Barge zu bekommen, dürfte allerdings kniffelig werden.

    barge
    Im Hintergrund ist die Insel Poel bei Wismar zu sehen. Die sogenannte Barge ist für den Transport des Buckelwals durch die Ostsee in die Nordsee vorgesehen. - keystone

    Ursprünglich wollte das Team das Tier rückwärts mittels einer Plane in das schwimmende Becken bugsieren.

    Am Vortag gab die beteiligte Tierärztin Kirsten Tönnies eine Planänderung bekannt: Der Wal soll nun vorwärts mittels eines Gurtes in die Barge gelenkt werden.

    Tönnies versicherte, das Tier werde dabei nicht überbeansprucht. Oliver Bartelt von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ergänzte, der Wal werde sich «floatend bewegen» und nicht über Sand gezogen.

    Wal
    Dem Buckelwal vor der Insel Poel in der deutschen Ostsee geht es immer schlechter. - keystone

    Bis zuletzt war allerdings offen, ob es überhaupt zum Versuch kommt. Denn: Bis zum späten Nachmittag des Vortags waren keine Unterlagen für den Einsatz des Gurtes eingereicht worden.

    Das Ministerium betonte, es gehe nicht um Genehmigungen, sondern um die Frage der Duldung.

    Kommentare

    User #1024 (nicht angemeldet)

    Für die sind deren regierungen zu ständig.

    User #3725 (nicht angemeldet)

    «Wal dürfte im tiefen Wasser kaum überleben»

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