Timmy-Rettung: Spezial-Barge in Poel eingetroffen

    Nach fast einem Monat im Flachwasser könnte es für Buckelwal Timmy diese Woche so weit sein: Frühestens am Dienstag soll der Abtransport per Lastkahn starten.

    Rettung Wal
    Am Dienstag soll ein neuer Rettungsversuch für Wal Timmy gestartet werden. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Lastkahn ist auf dem Weg nach Wismar, um Timmy mitsamt Wasser aufzunehmen.
    • Der Abtransport in die 400 Kilometer entfernte Nordsee ist frühestens Dienstag möglich.
    • Über eine 100 Meter lange Rinne soll der Wal in den absenkbaren Kahn gelotst werden

    Seit dem 3. März hält der junge Buckelwal Timmy Norddeutschland in Atem. Damals tauchte das Tier erstmals im Hafen von Wismar auf, später sass er vor Timmendorfer Strand fest.

    Seit Mitte April kümmert sich eine private Initiative um die Rettung des Walbullen, der zwischen vier- und sechsjährig sein dürfte.

    Mehr als die Hälfte der über 50 Tage hat das Tier in Flachwasserzonen verbracht. Experten vermuten, dass er diese gezielt aufgesucht hat, weil er schwer erkrankt Ruhe suchte.

    Schafft Timmy den Weg in die Nordsee?

    Mehrfach mussten die Pläne der Helfer angepasst werden. Einmal setzte sich der Wal sogar selbst in Bewegung, blieb dann aber erneut stecken. Nun soll Schiffstechnik den entscheidenden Unterschied machen.

    Alle Entwicklungen liest du im Nau.ch-Ticker:

    Spezial-Barge bei Timmy eingetroffen

    21.38: Die Mega-Barge ist in Poel bei Buckelwal Timmy angekommen. Das rund 50 Meter lange Spezialschiff, das wie ein absenkbares Schwimmdock funktioniert, befindet sich nun vor Ort, wie die «Bild»-Zeitung berichtet.

    Mithilfe der Barge soll Timmy schwimmend aufgenommen und anschliessend in Richtung Nordsee transportiert werden.

    barge
    Im Hintergrund ist die Insel Poel bei Wismar zu sehen. Die sogenannte Barge ist für den Transport des Buckelwals durch die Ostsee in die Nordsee vorgesehen. - keystone

    Die Wal-Barge hatte zuvor kleinere Umbauarbeiten in Wismar abgeschlossen.

    Ab morgen um 7 Uhr soll der entscheidende Rettungsversuch starten, wie die «Bild»-Zeitung weiter schreibt. Wie lange die Verladung von Buckelwal Timmy in die riesige Barge dauern wird, ist noch unklar.

    Verwirrung um Gesundheit – Tierärztin sagt plötzlich: «Timmy geht’s viel besser»

    16.56 Am frühen Nachmittag trat Tierärztin Kirsten Tönnies vor die Medien und zeichnete zunächst ein ernstes Bild: Die Atmung sei flacher geworden, der Wal baue ab, zudem müsse er dringend von der Sandbank heruntergebracht werden.

    Eine halbe Stunde später tönt es jetzt plötzlich ganz anders, Timmy soll es doch nicht schlechter, sondern besser gehen, wie die «Bild»-Zeitung berichtet.

    Tönnies trat erneut vor die Mikrofone – diesmal mit deutlich positiveren Nachrichten: «Gut, also, ich komme gerade zurück. Und mir kommen freudig die Experten entgegen, sagen: Timmy geht’s viel besser. Er sieht gut aus. Er bewegt sich gut, es sieht viel besser aus, die sind gerade richtig happy», zitiert sie nun die «Bild»-Zeitung.

    timmy
    Dem gestrandete Buckelwal Timmy geht es offenbar jetzt doch wieder besser. - keystone

    Nach Angaben aus dem Umfeld der Rettungsaktion beruhten die zunächst geschilderten Einschätzungen offenbar auf dem Stand vom Mittag, schreibt die Zeitung weiter. Als Tönnies später erneut informiert wurde, habe sich die Lage verändert.

    Timmy geht es schlechter – Tierärztin: «Er baut ab»

    15.57: Dem gestrandeten Wal Timmy geht es immer schlechter, wie die «Bild»-Zeitung berichtet. An der Pressekonferenz sagt demnach Tierärztin Kirsten Tönnies, die Atmung des Wals habe sich verschlechtert, sie sei flacher geworden.

    «Er baut ab», zitiert sie die Zeitung. Der Wal müsse dringend von der Sandbank heruntergebracht werden.

    Kirsten Tönnies
    Kleintierärztin Kirsten Tönnies spricht bei einer Pressekonferenz im Hafen auf der Insel Poel. (Archivbild) - keystone

    Der Buckelwal habe Gewicht verloren. Sein Ernährungszustand sei nicht optimal, aber ausreichend zum Überleben.

    Tönnies sagte aber auch, dass man zwei Wochen früher hätte eingreifen müssen, wie die «Bild»-Zeitung weiter schreibt. Nun stehe man vor diesem Problem und müsse mit der aktuellen Situation umgehen.

    Rettungsaktion soll am Dienstag um 6 Uhr starten

    13.48: Der grosse Versuch, Timmy mit einer Barge in den Atlantik zu befördern, soll morgen Dienstag um 6 Uhr starten. Das gab Cheftaucher Fred Babbel gemäss Angaben von «Bild» bekannt.

    Schlepper Wismar
    Um 18 Uhr soll der Schlepper «Robin Hood» in Wismar (unten im Bild) eintreffen. - vesselfinder.com

    Wal-Experte Fabian Ritter warnt sogleich: Der Rettungs-Plan funktioniere nur, wenn der Wal «kooperativ» sei.

    Abrupte Bewegungen von Timmy könnten zudem Helfer gefährden. «Es besteht die Gefahr, dass der Wal in Panik ausbricht.»

    So soll der Buckelwal transportiert werden

    13.32: Der technische Leiter der privaten Initiative für den Wal-Transport, Felix Bohnsack, hatte kürzlich das Konzept für den Transport erklärt: «Die Barge misst insgesamt 50 Meter in Länge, 13 Meter in Breite.» Sie habe eine Ladekapazität von 400 Tonnen.

    Durch Wassertanks in den Seiten könne man die Barge absenken und anheben. Im Innenraum biete sie in der Länge etwa 47 Meter und in der Breite etwa 11 Meter Platz. «Die Barge hat insgesamt einen Ladetiefgang von vier Metern.»

    Barge Rettung
    Mit dieser Barge soll Timmy gerettet werden. Sie ist aktuell noch unterwegs. - keystone

    Sie soll durch eine zuvor geschaffen Rinne mit der Ladeöffnung an den Wal herangeführt werden. Unter den Wal soll demnach eine durch ein Netz gehaltene Plane geführt werden.

    «Es bildet sich erst ein U um den Wal herum, so dass er quasi erstmal nach rechts und links sich nicht wirklich mehr drehen kann. Und dann ziehen wir die Front einmal hoch, damit sich so eine Art Lippe bildet.» Das solle den Wal daran hindern, nach vorn wegzuschwimmen.

    Er soll dann rückwärts in die Barge eingeladen oder «reingefloatet» werden, wie Bohnsack sagte – «und das kontrolliert mit der Netzplane.»

    Timmys Tierärztin ist aus dem Koma erwacht

    11.33: Die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert ist aus dem Koma erwacht. Bahr-van Gemmert war aktiv an den zahlreichen Walrettungs-Versuchen beteiligt. Sie hatte zuvor einen medizinischen Notfall erlitten.

    Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert
    Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert ist aus dem Koma erwacht. - keystone

    Ihr Verein «Tierhuss Insel Föhr» verkündete die positive Nachricht via Social Media. «Nach einer Zeit voller Sorge gibt es nun einen bedeutenden Lichtblick: Janina ist nicht mehr im Koma. Ihr Zustand ist weiterhin ernst, sie steht noch ganz am Anfang eines Weges, der viel Zeit und Ruhe braucht.»

    Ist der Wal stabil genug für die Rettung?

    11.17: Die Situation um den gestrandeten Buckelwal Timmy spitzt sich weiter zu. Biologe und Walforscher Fabian Ritter warnt derweil gegenüber «Bild»: «Man muss darauf achten, dass er bewegungsfähig ist.»

    Stabile Rettung
    Ist Timmy stabil genug für die Rettung? Walforscher und Tierärzte zeichnen ein gegensätzliches Bild. - keystone

    Man könne ihn nach drei Tagen nicht einfach anschubsen und davon ausgehen, dass er losschwimmt. Tierarzt Pedro Baranda sieht das differenziert: «Der Wal ist stabil.» Die Rettungsaktion sei schwierig, «aber nicht unmöglich».

    Tracker aus Amerika ist angekommen

    10.29: Um Timmy auch unter Wasser verfolgen zu können, wurde ein Tracker aus Amerika bestellt. Nun wird darüber beraten, wie und wann er am Walkörper angebracht werden soll.

    Zuvor hatten Experten den Meeressäuger bereits mit einem Peilsender ausgestattet. Dieser funktioniert allerdings nur, wenn Timmy an der Wasseroberfläche ist.

    Schlepper auf dem Weg – Rettung verspätet sich erneut

    08.10: Nach der Schleusung hat der Schlepper «Hans» die Barge zur Walrettung an den Schlepper «Robin Hood» übergeben. Dieser befindet sich nun auf dem Weg Richtung Wismar.

    Schlepper «Robin Hood»
    Der Schlepper «Robin Hood» ist unterwegs nach Wismar. - keystone

    Das Schiff soll dort jedoch erst gegen 18 Uhr eintreffen. Die geplante Rettung verzögert sich demnach erneut.

    Wal ist «vielleicht depressiv»

    07.33: Seit Tagen sind von Buckelwal keine Rufe mehr zu hören. Warum ist der Meeressäuger verstummt? «Vielleicht ist er depressiv», mutmasst Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies gegenüber «Bild».

    Lastkahn auf dem Weg – Abtransport frühestens am Dienstag

    06.00: Nach wochenlangem Hoffen, Bangen und mehreren Rückschlägen rückt für Timmy der entscheidende Moment näher.

    Aus der Elbe kommend hat der Lastkahn, der den Buckelwal samt Wasser aufnehmen soll, am späten Sonntagnachmittag den Nord-Ostsee-Kanal erreicht. Geschoben vom Schubboot «Hans» traf die sogenannte Barge in der Nacht zu Montag in Kiel ein.

    Buckelwal Timmy
    Der Fall um den Buckelwal Timmy beschäftigt weiterhin Meeresbiologen und Fachleute in mehreren Ländern. (Archivbild) - keystone

    Bevor das Stahlbecken zum Einsatz kommt, stehen in Wismar noch letzte technische Vorbereitungen an. Frühestens am Dienstag soll der eigentliche Abtransport beginnen.

    Der Plan: Über eine mehr als 100 Meter lange Rinne, die das Helfer-Team in den vergangenen Tagen gebaggert, gesaugt und gespült hat, soll Timmy in den absenkbaren Kahn gelotst werden. Anschliessend zieht ein Schlepper das Becken über mehr als 400 Kilometer in die Nordsee.

    Der Zustand von Timmy wurde auch am Sonntag überwacht

    Am Sonntag stand erneut Kontrollarbeit an der Rinne und Beobachtung des Walzustands auf dem Programm.

    Mit dabei: Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), der höchstpersönlich ins Wasser stieg und auf Tuchfühlung mit dem Wal ging.

    Till Backhaus
    Till Backhaus (SPD), Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, glaubt weiterhin an die Rettung von Timmy dem Buckelwal. - keystone

    «Die Hoffnung stirbt zuletzt», sagte er anschliessend. «Ich hoffe, dass diese Mission dann irgendwann, möglichst bald, zu Ende ist, und zwar mit Erfolg.»

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    Kommentare

    User #1024 (nicht angemeldet)

    Für die sind deren regierungen zu ständig.

    User #3725 (nicht angemeldet)

    «Wal dürfte im tiefen Wasser kaum überleben»

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